Herkunft der Bilder und Sprüche befragte, meinte er lächelnd:
"
, Wer sie gemacht hat, weiß ich nicht, aber ich kann dir sagen, von wem sie sind, und dies ist kein Pergament, sondern Tätowierungen auf abgezogener, getrockneter, präparierter Menschenhaut. Sieh her, diese Tätowierung müßte dir doch bekannt sein."
,, Ja, bekannt kommt sie mir vor, aber ich weiß nicht mehr, wo ich sie gesehen habe."
,, Nun, sie ist von deinem Freund Franz Machlet, der Blockältester der Strafkompanie war, sich aufgehängt hatte, und dessen Leichnam dann zum Ausprobieren des fahrbaren Krematoriums auf dem Appellplatz verbrannt wurde."
Außer schönen Tätowierungen sah ich noch Inschriften wie: ,, Dieses Haupt gehört dem Henker!" Dieser Spruch war ebenfalls einem ,, Schwarzen" rings um den Hals tätowiert. Oder: ,, Das ist Mamas Liebling", sowie„ Ich liebe nur dich, Martha!"
,, Dies ist alles gegerbte, präparierte Menschenhaut." ,, Sag mal, warum zieht ihr die Menschenhaut mit Tätowierungen von den Leichnamen ab?"
,, Dies geschieht auf Verlangen und Anordnungen höherer Stellen. Den direkten Befehl dazu haben wir vom Lazarettarzt. Alle schönen und besonders originellen Tätowierungen haben wir abzuziehen, kurz bevor die Leichname verbrannt werden. Ich denke, daß dies nur aus wissenschaftlichen Gründen geschieht."
Damit war mein Rundgang beendet. Ich bedankte mich aufrichtig, hatte den Kopf voll neuer Gedanken und trat in die Kälte des Wintertages hinaus. Hier hatte ich etwas gesehen und erlebt, was nicht allen Häftlingen vergönnt war.
Wer als Häftling außerhalb des Lagers, jedoch noch im Kommandanturbereich gearbeitet hat, begegnete oftmals einer Frau. Sie war schlank, hatte einen guten Körperbau, ihr Haar mehr rot als blond. Eingeweihte Häft
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