oder auch lose auf dem Leib lag. Der Leichenträger ging ziemlich robust mit diesen Toten um, wobei die Namen entweder herunterfielen oder abgerissen wurden. Als ich ihn darauf aufmerksam machte, daß er die Zettel ver­wechselte, also auf einen anderen Toten gelegt hat, meinte er ganz ruhig und gelassen: ,, das ist nicht so wichtig, die werden sowieso alle verbrannt."

z. T.

Schlecht ist es, wenn einem diese Arbeit ungewohnt ist. Wie kalt und schlaff diese toten Körper sind. Diese Arbeit war erledigt, die Leichen waren übereinandergestapelt und wir hatten jetzt Platz, um stehen und uns etwas bewegen zu können. Vor uns und links vom Türeingang stehen sargähnliche schwarz ange­strichene Holzkisten, zu viert übereinander, mit den Fuß­bzw. Kopfenden nach der Mitte des Raumes gerichtet. Von den 19 aufgestapelten Kästen stand auf 6 am Kopf­ende mit Kreide groß geschrieben ,, Namenlos". Uns wurde sofort klar, daß darin ebenfalls schon Leichen lagen.

Rapportführer: ,, So, die Kästen, auf denen, Namen­los' steht, werden heraussortiert und aufgeschraubt, so­wie herausgesetzt."

Dies war in dem kleinen Raum keine leichte Arbeit. Aber sie wurde durchgeführt. Als wir sie alle vor die Tür gestellt hatten, wurde der Jude herangerufen und der Deckel vom ersten abgehoben.

Rapportführer: ,, Wenn Sie eine dieser Figuren wieder­erkennen, oder Ihren Bruder dabei finden, müssen Sie sofort Bescheid sagen."

,, Jawohl" war die Antwort.

Im ersten lag ein Leichnam, dessen noch offene aber gebrochene Augen uns anstarrten. Der Jude machte eine verneinende Kopfbewegung und der Deckel wurde wieder aufgeschraubt. ,, Der Nächste" rief der Rapportführer. Und so wurden alle 6 geöffnet und wieder geschlossen. Der Jude kannte keinen!

Rapportführer: ,, Ja, wo soll denn bloß dieser Kerl sein? Wenn wir durchrufen, meldet er sich nicht, zu sehen ist

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