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An einer Kreuzung steht endlich ein Wegweiser, ein gelbes Schild mit schwarzer Beschriftung: Nach Himmelmoor.
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Überall im Land ist braune Erde nicht nur auf Schülp ! Auch das Zuchthaus Rendsburg hat ein Außenkommando im Moor.
Die Spur des Wagens verwischt sich. Wir kommen an eine Schiene. Da steht die letzte Kate der Ortschaft. Hinter dem Fenster sitzt ein Mann und raucht die Pfeife.
,, Wie weit ist es noch bis Himmelmoor?" Er kommt näher an die Scheibe heran und faßt langsam nach dem Griff. Nur widerwillig öffnet er auf einen Spalt. ,, Nach Himmelmoor?" kommt es gedehnt durch das Fenster. ,, Das ist noch weit, und dann bei dem Wetter!"
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Wir gehen über die Schiene. Zu beiden Seiten klumpt sich der feuchte, braune Lehm. Ich bleibe stehen. Immer ist etwas mit meinen Schuhen. Das schwarze Paar muß besohlt werden, darum trage ich heute die braunen. Aber darin sind die Nägel zu tief geschlagen. Ich setze die Tasche nieder. Der Pfarrer dreht sich um. ,, Wieder Nägel?"
Ein Stein wird gesucht. Das Hämmern auf der Schuhsohle klingt hohl durch die tiefe Stille des Sonntagmittags. Träge kommt der Regen vom Himmel, die unersättliche braune Erde saugt die Fäden begierig auf. Wir gehen von der Schiene herunter, denn mir wird schwindlig, wenn ich von einer Bohle zur anderen trete immer der gleiche Abstand, immer in derselben Richtung ohne Ziel, oder doch nur in der Vorstellung: irgendwo müssen ja Schienen und braune Erde zu Ende sein.
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Im Morast haben sich große Lachen gebildet. Wir springen von einer zur anderen. In den Gräben sammelt sich Wasser. Das Grau des Himmels, das feuchte Grün der Wiesen und der braune Morast, in die die Schienen nur gelegt zu sein scheinen, um uns noch tiefer hineinzulocken, nehmen mir den Atem. Wieder fühle ich, daß in der Luft ein Geruch vom Sterben mehr ein qualist. Nicht der Leichengeruch einer brennenden Stadt volles Warten, ein langsames Dahinsiechen.
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Aber was sehe ich nur in die Natur hinein! So tief hing der Himmel schon über dem braunen Morast, als ich noch nicht einmal atmete.
Und doch ist es so in der Luft ist Warten, Beklommenheit, Sterben. Von der Ferne her dringt ein klägliches Blöken, der gepreßte Jammer eines Wesens, das die Sprache verloren hat.
Ich atme auf. ,, Endlich etwas Lebendiges!" Im matten Licht dieses grauen Tages sind auf der Weide die Umrisse einiger Schafe und Lämmer zu erkennen.
Wir stapfen und springen weiter. Es trieft an der Tasche herunter; das Brot darin ist gut und trocken.
Endlich biegt von der Schiene ein Feldweg ab. Im morastigen Grund sind viele große Fußstapfen; der Umriß von Hacken ist nicht zu erkennen.
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