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Nacht und Nebel : Aufzeichnung aus fünf Jahren Schutzhaft / Arnold Weiss-Rüthel
Entstehung
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XVII

KOMMANDANT LORITZ

Mein Freund Hubert, der im Winter 41/42 wegen des Ba­rackenbrandes die furchtbaren Leiden des Pfahles ertragen muẞte, war ein Opfer dieser Korruption der SS. Der eigent­liche Urheber dieses Verbrechens war der damalige Komman­dant des Lagers, der SS- Oberführer Loritz, ein ehemaliger Polizeibeamter aus Augsburg .

Als an einem Novembertag des Jahres 1941 morgens gegen 2 Uhr die Unterkunftskammer in Flammen aufging, wollte es der Zufall, daß auch in dem Bevauerblock 13 ein Feuer aus­brach, bei dem der vermutliche Brandstifter, ein geistesge­störter Häftling, in den Flammen umkam. Oberführer Loritz ordnete an, daß die gesamte Belegschaft des Blockes, etwa 200 Häftlinge, zur Strafe an das Tor gestellt würde. Das Thermometer zeigte an jenem Morgen 22 Grad unter Null. Die Kleidung der Häftlinge bestand aus dem gestreiften Dril­lichanzug und dem sogenannten Mantel, einem papierdünnen, aus durchlässigem Sackstoff gewirkten Kleidungsstück, das weder gegen Kälte noch Regen einen Schutz bot. Die Folge der Anordnung des Kommandanten war, daß gegen 7 Uhr morgens bereits 18 ältere Häftlinge in die dem Erfrierungstod vorausgehende Ohnmacht gefallen waren und bewegungslos auf dem vereisten Betonboden der Lagerstraße lagen. Ein mit­fühlender Blockältester veranlaßte den Abtransport dieser Halbtoten. Als Loritz durch einen Scharführer von der eigen­mächtigen Handlung jenes Blockältesten Kenntnis erhalten hatte, ließ er durch seinen Rapportführer die 18 Häftlinge wieder an das Tor schaffen, wo sie gegen 11 Uhr vormittags an den Folgen der barbarischen Kälte starben. Inzwischen waren auch noch andere Häftlinge diesem furchtbaren Schick­sal verfallen, während diejenigen, die diese Tortur überstan­

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