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Nacht und Nebel : Aufzeichnung aus fünf Jahren Schutzhaft / Arnold Weiss-Rüthel
Entstehung
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Art Versuchsprodukt, aus Steinkohle gewonnen und infolge­dessen gesundheitsschädlich. Ich habe wenigstens hundert Büchsen vertilgt, ohne eine gesundheitliche Schädigung festzu­stellen. Leider hatte auch diese Verkaufszentrale, die unter dem Sammelbegriff Kantine in unserem dürftigen Dasein eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte, einen beträchtlichen Schönheitsfehler. Die Preise, die sie für ihre Leistungen for­derte, standen meist in keinem Verhältnis zum wirklichen Wert der Ware. So konnte man, zum Beispiel, ein Brot nur erwerben, wenn man gleichzeitig eine Mundharmonika, einen Rasierapparat oder ein Kilo Kartoffelsalat mit erstand. Das Brot kostete nicht mehr als 60 Pfennige, aber die Mund­harmonika, das Haarwasser oder der Kartoffelsalat waren un­ter 2.50 Reichsmark nicht zu haben, so daß der Wecken Brot schließlich auf 3.10 Reichsmark kam. Der Zweck, den die SS­Kantinenverwaltung mit diesem Verkaufssystem verfolgte, war nicht zu verkennen. Selbst in Zeiten des größten Waren­mangels gelang es ihr auf diese Weise, das Unternehmen lukrativ zu gestalten, also durch Koppelungsgeschäfte, die zwar außerhalb des Lagers im ganzen Deutschen Reich bei schwerer Strafe verboten waren und die schon manchen, der sich gegen dieses Verbot verging, in das Konzentrationslager gebracht hatten. Bezeichnenderweise wurde dieses Koppe­lungssystem nur so lange aufrecht erhalten, als die Häftlinge ihre Einkäufe aus eigenen Mitteln bestreiten mußten; später, als nach Gründung des Arbeitseinsatzes die Häftlinge vom Lager aus entlohnt wurden, befleißigte sich die Kantine eines reelleren Geschäftsgebahrens, denn bei der geringen Höhe unseres Einkommens" wäre kaum ein Häftling in der Lage gewesen, einen Einkauf zu tätigen, wenn die Kantinenver­waltung an dem alten Verkaufsprinzip festgehalten hätte. Mit Ausnahme der Eßwaren, stammten alle Gegenstände, die hier zum Verkauf gelangten, aus Beutebeständen der SS, na­mentlich die Zigaretten und der Tabak, von denen oft riesige Mengen vorhanden waren. Daß diese an uns und nicht an die Angehörigen der SS verkauft wurden, hatte seinen Grund in

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