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Nacht und Nebel : Aufzeichnung aus fünf Jahren Schutzhaft / Arnold Weiss-Rüthel
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schließlich starben. Wer nicht mit einem der diensttuenden Pfleger befreundet war, tat besser sich im Falle einer Erkran­kung selbst zu helfen.

Für Juden und Slawen war eine Behandlung im Krankenbau fast ausgeschlossen. Wohl wurden sie bei einer Erkrankung von ihren Blockältesten in das Revier geschickt, aber die Behand­lung, die ihnen zuteil wurde, war in keiner Weise dazu ange­tan ihren elenden Zustand zu mildern. Viele Stunden lang mußten sie, in Fünferreihen ausgerichtet, im Freien, vor dem Eingang zur Aufnahmebaracke ausharren, bis man ihre oft schon Wochen alten Verbände erneuerte oder sie in einen jener furchtbaren Massenblocks steckte, die im Bezirk der Heilanstalt für Menschen zweiten und dritten Ranges vorge­sehen waren. Der Zustand, in dem sich diese Unglücklichen be­fanden, bot in den wenigsten Fällen eine Aussicht auf Hei­lung. Die vernachlässigten Wunden waren in Brand überge­gangen und schmutzstarrende Verbände bildeten eiternde In­fektionsherde.

Es wäre indes ein Irrtum zu glauben, daß Mangel an Medika­menten und Verbandstoffen die Schuld an solchen Verhältnis­sen trug. Der Krankenbau des KL Sachsenhausen war eine in jeder Hinsicht modern eingerichtete Anstalt. Laboratorien, Röntgenstation, die septischen und aseptischen Operationssäle mit ihren Vorbereitungsräumen, Ambulanz, Apotheke, das Me­dikamentenlager, Zahnstation, Pathologie, alle für ein solches Institut charakteristischen Einrichtungen befanden sich in sauberem, tadellosem Zustand. Aber es war nicht die Absicht der SS den kranken Häftlingen zu helfen, sondern der Kran­kenbau diente Forschungszwecken und die Kranken waren nichts anderes als Versuchskaninchen.

Hier erfuhr ich auch die Sache mit den tätowierten Menschen­häuten, der Skalpjägerei im Dritten Reich .

Im Frühjahr 1941 war ein rumänien deutscher Berufsverbre­cher ins Lager gebracht worden, der das Interesse der gesamten Lager- SS dadurch erregte, daß er am ganzen Körper tätowiert war. Es gab an diesem Menschen nicht eine weiße Hautstelle.

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