hatte, daß es infolge von Konstruktionsfehlern keinen brauchbaren Stein herstellen konnte. Dieser Umbau kostete Hunderten von Häftlingen das Leben. Mit den primitivsten Mitteln wurden die meterstarken Betonfundamente herausgestemmt, wurden die schweren kantigen Brocken ins Freie geschleppt, wo eine Armee von Juden sie zu einem haushohen Berg aufschichten mußte.
Hier zitterte und dröhnte alles von Arbeit. Hier wurden die alten Brennöfen abgerissen, dort wurden mächtige Maschinenkörper ohne Kran und Winden von Häftlingen aus den Lagern gehoben. Wie ein graues, vielbeiniges Ungeheuer bewegte sich so ein Maschinenleib durch die mit Gerüsten und Bretterstapeln verbaute Halle. Rauch, Staub und beizender Qualm verpesteten die Luft, ein ohrenbetäubender Lärm von schlagenden Hämmern, kreischenden Ketten und Rädern, klirrenden Metallteilen und den schrillen Trillerpfeifen der Vorarbeiter und Werkmeister herrschte von morgens bis abends. Wasser quoll in gurgelnden Strömen aus der Erde und versickerte in breiten schlammigen Rinnsalen zwischen den Geleisen, auf denen hoch mit Sand und Baumaterialien gefüllte Loren, von schweißtriefenden Häftlingen geschoben, durch das Gelände rollten. Alles vollzog sich im Laufschritt, alles mußte rennen, mit Last und ohne Last. Dort zogen Juden eine viele Tonnen schwere Walze über die abgebaute Tontrasse; einem lebenden Fließband gleich stürzten sich 800 tschechische Studenten über hölzerne Laufbrücken in den Bauch einer Zille und entrissen ihm den in Papiersäcken verpackten Zement. Das grauweiße ätzende Pulver rieselte über die schweißnassen Körper, fraß sich in die Haut, in die Lungen. Lastkähne schwammen heran und fauchten ihren Rauch und Ruß in den Knäuel arbeitender Menschen. Scharführer tobten und schlugen mit dicken Holzprügeln auf die ihnen nicht schnell genug laufenden Häftlinge ein, Menschen brachen zusammen unter der Last eiserner Träger, wurden wieder hochgerissen und schleppten ächzend weiter; die Sklaven der Pharaonen errichteten einst die Pyramiden unter günstigeren
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