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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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Als Zugabe zu der am Schluß dieser Abend feiern" verausgabten kärglichen Suppe erhielten wir schallende Ohrfeigen.

War auch das Essen" beendet, dann trieb man uns mit Peitschen auf die Bretter zum Schlafen, wenn nicht, was ja täglich möglich war, noch Straf­sport oder öffentliche Prügelung auf dem Prügelblock auf der Tagesord­nung stand. Wie glücklich" waren wir, wenn wir endlich die Augen schließen konnten. Auf diesen Augenblick freuten wir uns schon am Morgen. Wenn?! Off aber auch begann die Nachtarbeit der SS.,-- die Nachtkon­trolle, die Suche nach" Waffen" und" Stich gegenständen". In Begleitung der SS. kamen die Capos", um die gefundenen Waf­fen" in Empfang zu nehmen. Hinsichtlich der" Capos" muß ich ehrend er­wähnen, da es sich bei diesen im Jahre 1942 im Lager noch vorhandenen 40 Capos" um russische Kriegsgefangene handelte, die uns nicht schlugen. Diese 40, Capos" waren der Rest von 15000 Kriegsgefangenen. Die andern hatte man elend verhungern lassen, oder sie waren erfroren. War eine solche Suchaktion, dann mußten wir vor unserem Block an­treten. Wir hatten nichts mehr. Die Hosentaschen waren zugenäht. Alle Knöpfe fehlten. Wir hatten nicht einmal ein Taschentuch.- Aber man suchte. Wir trugen ein kurzes Hemd, einen Häfflingsanzug, zu große, schlap­pende Schuhe und kleine Fußlappen. Was sollte man bei uns wohl finden? Hatte einer der Häftlinge eine Stückchen Zeitungspapier für hinterlistige Zwecke" verborgen,-- achtlos bei sich,-- dann verurteilte man denselben wegen Besitz von Geheimdokumenten" in den aus dunklen Einzelzellen bestehenden Bunker, wo der Häftling einen grausamen Tod erleiden mußte. Im Gegensatz von Da cha u befanden sich in diesem Bunker die neu­artigsten nationalsozialistischen Folterwerkzeuge. Mit einströmendem, siedendem Dampf und mit dem Inkettenlegen der Häftlinge erprete man Geständnisse. Man ließ aber auch zahlreiche Mäuse und Ratten in die Zellen, band die Häftlinge an die Wand und ließ einzelne, immer stärker werdende Tropfen auf die Köpfe der Häftlinge fallen. Diese Tropfen wirk­ten nach einiger Zeit wie Hammerschläge.

Der Capo", der in diesem Bunker seines Amtes waltete und die Häft­linge mit Essen" zu versorgen hatte, war der prominenteste" Häftling des Lagers. Es war der im unbesetzten Frankreich verhaftete Ma­nager von Max Schmeling.-- Es war Walter Schmidt. Er war der kost­spieligste Häftling. Um einen Häftlingsanzug für ihn zu fertigen, mußten drei normale Häftlingskleider zerschnitten werden. Schmidt bekam gutes Essen. Er erteilte der SS. Boxunterricht. Schmidt war gefüchtet, er war doch " Waffenträger". In seinen Fäusten war eine mächtige Kraft zusam­mengeballt. Und diese Fäuste fürchteten selbst die gefährlichsten SS.- Men­schenschlächter.

So vergingen die Tage,-- es vergingen so Wochen, Monate und Jahre. Wir wurden gequält, getreten, gefolfert, gewürgt und gehängt. Die meisten Häftlinge starben, bevor sie die Abschlußprüfung ihrer Umschulung be­stehen konnten, sie blieben auf den Meilensteinen Fleiß, Gerechtigkeit, Disziplin und Liebe zum Vaterlande" sitzen, sie kamen nicht zum Ziel, zum " Weg in die Freiheit".

Es ist so bitter, und es schmerzt, an diese Umschulung zu denken.

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