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abzählen. Eine neue„ Bestandszahl" wurde gemeldet und eingetragen. Und wieder erklang Musik. Während dem aber zog dichter Rauch über uns hinweg. Dann mußten alle Häftlinge um die aufgeschichteten Toten herummarschieren und erhielten off genug noch vor dem Einrücken in die Wohnblocks zwei bis drei Stunden Strafstehen" zudiktiert.
Als Zugabe zu der am Schluß dieser Abend feiern" verausgabten kärglichen Suppe erhielten wir schallende Ohrfeigen.
War auch das Essen" beendet, dann trieb man uns mit Peitschen auf die Bretter zum Schlafen, wenn nicht, was ja täglich möglich war, noch Strafsport oder öffentliche Prügelung auf dem Prügelblock auf der Tagesordnung stand. Wie glücklich" waren wir, wenn wir endlich die Augen schließen konnten. Auf diesen Augenblick freuten wir uns schon am Morgen. Wenn?! Off aber auch begann die Nachtarbeit der SS.,-- die Nachtkontrolle, die Suche nach" Waffen" und" Stich gegenständen". In Begleitung der SS. kamen die„ Capos", um die gefundenen Waffen" in Empfang zu nehmen. Hinsichtlich der" Capos" muß ich ehrend erwähnen, da es sich bei diesen im Jahre 1942 im Lager noch vorhandenen 40 Capos" um russische Kriegsgefangene handelte, die uns nicht schlugen. Diese 40, Capos" waren der Rest von 15000 Kriegsgefangenen. Die andern hatte man elend verhungern lassen, oder sie waren erfroren. War eine solche Suchaktion, dann mußten wir vor unserem Block antreten. Wir hatten nichts mehr. Die Hosentaschen waren zugenäht. Alle Knöpfe fehlten. Wir hatten nicht einmal ein Taschentuch.- Aber man suchte. Wir trugen ein kurzes Hemd, einen Häfflingsanzug, zu große, schlappende Schuhe und kleine Fußlappen. Was sollte man bei uns wohl finden? Hatte einer der Häftlinge eine Stückchen Zeitungspapier für„ hinterlistige Zwecke" verborgen,-- achtlos bei sich,-- dann verurteilte man denselben wegen Besitz von Geheimdokumenten" in den aus dunklen Einzelzellen bestehenden Bunker, wo der Häftling einen grausamen Tod erleiden mußte. Im Gegensatz von Da cha u befanden sich in diesem Bunker die neuartigsten nationalsozialistischen Folterwerkzeuge. Mit einströmendem, siedendem Dampf und mit dem Inkettenlegen der Häftlinge erprete man Geständnisse. Man ließ aber auch zahlreiche Mäuse und Ratten in die Zellen, band die Häftlinge an die Wand und ließ einzelne, immer stärker werdende Tropfen auf die Köpfe der Häftlinge fallen. Diese Tropfen wirkten nach einiger Zeit wie Hammerschläge.
Der Capo", der in diesem Bunker seines Amtes waltete und die Häftlinge mit Essen" zu versorgen hatte, war der prominenteste" Häftling des Lagers. Es war der im unbesetzten Frankreich verhaftete Manager von Max Schmeling.-- Es war Walter Schmidt. Er war der kostspieligste Häftling. Um einen Häftlingsanzug für ihn zu fertigen, mußten drei normale Häftlingskleider zerschnitten werden. Schmidt bekam gutes Essen. Er erteilte der SS. Boxunterricht. Schmidt war gefüchtet, er war doch " Waffenträger". In seinen Fäusten war eine mächtige Kraft zusammengeballt. Und diese Fäuste fürchteten selbst die gefährlichsten SS.- Menschenschlächter.
So vergingen die Tage,-- es vergingen so Wochen, Monate und Jahre. Wir wurden gequält, getreten, gefolfert, gewürgt und gehängt. Die meisten Häftlinge starben, bevor sie die Abschlußprüfung ihrer Umschulung bestehen konnten, sie blieben auf den Meilensteinen„ Fleiß, Gerechtigkeit, Disziplin und Liebe zum Vaterlande" sitzen, sie kamen nicht zum Ziel, zum " Weg in die Freiheit".
Es ist so bitter, und es schmerzt, an diese Umschulung zu denken.
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