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Das wahre Gesicht Hitler-Deutschlands : Häftling Nr. 59 000 erzählt von dem Schicksal der 10 000 Juden aus Baden, aus der Pfalz und aus dem Saargebiet in den Höllen von Dachau, Gurs-Drancy, Auschwitz, Jawischowitz, Buchenwald / Rolf Weinstock
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batische Kunststücke mit Häftlingen vollführten. Eines Tages hatte er ein Baumfällerkommando unter sich. Er fragte die Häftlinge, wer gut singen könne. Sofort meldete sich einer. Darauf erhielt der Unglückliche den Be­fehl, auf den Baum hinauf zu klettern. Ging dies nicht schnell genug, so schlug der SS. - Held auf den Häftling ein mit der Hundepeitsche. Immer schneller mußte der Häftling den Baum erklettern, wobei dieser SS.- Schütze zahlreiche Schüsse rechts und links von dem den Baum erkletternden Häft­ling abgab. In Todesangst kletterte dieser also den Stamm hinauf. War der Häftling oben angekommen, dann befahl die SS. - Bestie, der Häftling solle das Lied singen: Alle Vögel sind schon da!" Unter dessen aber mußten zwei Häftlinge mit dem Absägen des Baumes beginnen. Mit zynisch lachen­dem Gesicht sagte der SS. - Schütze alsdann: Damit der arme Kerl da oben nicht tot ist, wenn der Baum umfällt, so stellt ihr vier euch hier auf und fangt den Baum."

Legte sich alsdann der schwere Baum zur Seite und fiel um, dann waren die vier Häftlinge von dem schweren Baumstamm erschlagen, und von dem guten Sänger fand man nur noch einzelne Körperteile.

Eines Tages, es war gegen zehn Uhr morgens, war ich Zeuge einer ganz besonders grauenvollen Tat. Wir hörten aus der Ferne schon Kindergeschrei. Ein Arbeitskommando rückte heran, in dessen Mitte einige Häftlinge, wie immer im Laufschritt, auf mehreren Brettern viele kleine Kinder trugen, die fröhlich schreiend und strampelnd, völlig unwissend ihrem Schicksal ent­gegen gingen. Zuschauen und die Arbeit unterbrechen war selbstverständ­lich strengstens verboten. So blickten wir bei der Arbeit zwischen unseren Beinen hindurch einem grauenhaften Verbrechen zu. Höhnisch grinsend, die Zigarette im Mund, die linke Hand in der Tasche, nahm der Herr Schar­führer eines der Babys nach dem andern, hob es an den Füßen hoch und warf es lebendig in die soeben von uns ausgehobene Grube hinein. Nach einer Stunde erhielten wir Häftlinge den Befehl, über diese armen kleinen Kinder Benzin zu schütten. War dieses geschehen, dann nahm der Schar­führer eigenhändig ein Streichholz, entzündete es und warf es auf die benzinübergossenen Babys. Als er dann mit seinem Arbeitskommando an uns vorüberzog, sagte er, indem er freudig in die Hände klatschte: Ich habe es doch immer gesagt, die Kleinen brennen besser wie die Alten". Alle solche Taten wirkten ermutigend auf die einfachen SS. - Leute ein. Und es waren immer die Vorzeichen zu neuen Schlägen auf unsere Köpfe und Körper. Während dieser Zeit hörte ich den Helden von Auschwitz zu einem andern seiner Kameraden- Bestien sagen, daß es sich bei diesen 200 Säug­lingen um Kinder handle, die man in einem Pariser Säuglingsheim gefun­den hätte, deren Mütter aber schon längst durch die Oefen gegangen seien. Um fünf Uhr nachmittags war Arbeitsschluß. Dann ertönte das Kommando: " Tote zusammentragen!" Wir beeilten uns, die mit Blut und Schmutz ver­krusteten Toten auf einen Haufen zu legen. War dieser Befehl ausgeführt, mußte jeder Häftling einen Toten tragen,-- off aber waren am Abend mehr Tote wie Lebende vorhanden, dann wurden die Toten einfach auf die noch Lebenden verteilt. Kein Tag verging ohne Tote, kein Kommando kam ohne Tote zurück. Mit letzten Kräften, selbst blutübergossen, mit zer­rissenen Kleidern und Schuhen, schleppten die Häftlinge ihre Toten heim. Diese täglich zurückkehrenden Arbeitskommandos boten ein furchtbares Bild. Unter den Klängen der Hätlingskapelle rückten wir wieder in das Lager ein. Auf einem mit einem weißen Strich abgegrenzten Quadrat auf dem Appellplatz wurden die Toten immer zehn neben- und zehn aufeinander zusammengeschichtet. Nach Beendigung dieser Arbeit lief der Blockführer

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