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Ganz tief scheinen die Flugzeuge zu sein, denn man sieht mit bloßem Auge, wie hier und da ein Lichtschein sichtbar wird, eine Klappe vermutlich aufgeht, und dann im Lichtbündel der Schein- werfer sekundenschnell blitzende kleine Dingerchen sichtbar
‚ werden, im Sturz zur Frde. Sekundenlange Stille,— selbst die
Flak setzt aus— dann wummert es heran, dröhnt und erschüttert ganz leicht die festen, dicken Wände. Eine ganze Stunde ver- geht, ehe es wieder ruhig wird und sich dieses Erlebnis im
- Stimmengewirr der Gefangenen, die sich über die Flure hinweg
unterhalten, widerspiegelt, bis der Schritt der Wache auf den Steigen hörbar wird und größte Ruhe eintritt.
- Und dann erleben Rolf Berger und Hans Klein das Weih- nachtsfest. Am heiligen Abend wird bis mittags gearbeitet. Hatien die Gefangenen mit einer Kostaufbesserung gerechnet, so werden sie enttäuscht, denn am Abend gibt es sogar statt der erwünschten
lediglich eine Schale deutschen Blättertee und der Magen darf ein wenig mehr knurren. Früh suchen wohl die
meisten Eingekerkerten das harte Lager auf, um in den Armen
des Schlafes Vergessen zu suchen. Nur keine Sentimentalität
bitte— gerade heute nicht, dem Fest des Friedens, der Liebe und
_ der christlichen und familiären Besinnung! Denn draußen in deutschen Landen und auch in allen Familien der christlichen Völker. werden um die Dämmerzeit des Heiligen Abends die
Glocken hallen und singen, und ihr eherner Klang wird über verschneite Wälder, Felder schwingen, wird die Menschen in den Städten und Dörfern einstimmen für das große, beglückende
Fest der Christenheit. Um den geschmückten Christbaum, auf
dem kleine Wachslichter ihr warmes Licht verstrahlen, werden die Familien sitzen, und ergreifende Weihnachtsweisen werden hallen und es wird klingen die alte, vertraute Weise:„O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit....!“
Die Lichter der Kerzen werden sich widerspiegeln in den strahlenden Kinderaugen, die staunend oder erwartungsvoll den Gabentisch umstehen und Menschen werden den Sinn dieses Festes erfassen und kleinen Groll oder großen Haß begraben, werden gütig sein, vergeben, werden Hochmut und Trotz beugen vor dem hehren Gedanken dieser Stunden, werden sich zusam- menfinden—“, denn Euch ist heute der Heiland geboren...!“
Der Duft gebratener Äpfel wird durch die Räume schwingen, und Besuche. von’draußen werden den frischen Hauch des Schnees mit ins Haus nehmen, der sich vermengen wird mit dem harzigen Duft der Tannen in den Zimmern.
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