Druckschrift 
Im Machtbereich der Gestapo : Erlebnis-Roman ; der Wirklichkeit nacherzählt / Paul Frenk
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen

scheinen; matt und schattengetönt leuchtet die Haut und rätsel­haft wie ein Gruß aus dem Unendlichen sind ihre Augen anzuschauen.

-

--

Kosend gleiten seine Hände über ihr Gesicht, über ihr Haar, über die warm durchpulste Haut, und sie schlingt, als er sich über sie beugt, ihre Arme um seinen Hals und groß und weit werden ihre Augen, die sie dann unter seinem Blick mit langen, dunklen Wimpern schließt.

Für beide versinkt die Welt mit all ihrer Nüchternheit, mit all ihrem konkreten Wollen, mit ihrer materiellen Sucht. Da, auf der einen Seite, nur der Wunsch Weib zu sein, zu schenken und von der Natur herrlich zu nehmen; dort die natürliche Bestim­mung, das Hingezogensein zur Schönheit, zur ästhetischen Form. So nehmen sie die Stunde als Geschenk des Schicksals, sträuben sich nicht gegen die wenigen Gesetze, lebt sich das Ich zum Wir kosmisches Gesetz wie Leben und Tod.

aus

-

Schweigend sind sie, als sie schließlich die Landstraße gewinnen. Ihre Hände halten sich, derweil ihr Kopf an seiner Schulter ruht. Dann klammert sie sich plötzlich mit aller Kraft an ihn fest, daß er fast die Herrschaft über das Steuer verliert und stammelt unter Schluchzen die Frage, ob es denn keinen gemeinsamen Weg für sie beide gebe. Auf alles Liebgewordene wolle sie verzichten, alles wolle sie opfern, nur um bei ihm bleiben zu können. Er streichelt ihr Haar und ihre Wangen, beruhigt sie, überläßt ihr die Entscheidung und fragt, ob sie nicht noch mancherlei dazu überlegen müsse. Sie bestreitet dies und erklärt ihm, es gebe für sie nur einen Gedanken, einen Wunsch: Ihn! Immer und überall stände sein Bild vor ihr, überall sehe sie ihn, jede seiner Be­wegungen. Sie beschwört ihn, sie mitzunehmen ins kommende große schöne oder auch leiddurchsetzte Leben.

-

Er nimmt ihre Hände, küßt sie, hält sie fest und wieder taucht sein Blick in ihre, von der Dunkelheit umschleierten Augen. Ihre Finger beben in seinen festen Händen. Und er greift empor an ihren Armen, faßt sie an den Schultern und ist voll feierlichen Ernstes, als er sie fragt, ob sie diese Stunde nunmehr als Zeitpunkt der Verlobung ansehen wollen. Ein Jubelschrei, ein glückliches Schluchzen löst sich, und sie preßt seinen Kopf an ihre junge, feste Brust. Zwei glückliche, wunschlose Kinder trägt das ,, Pferdi"- so nennt sie seinen Wagen in die verträumte, schlafende Stadt.

-

(

I

4

I

I

(

(

I

g

1

I

a

28