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beiden Liebenden ändern können. Und als Berger nach einer wirtschaftskundlichen Fahrt aus England heimkommt, nimmt.er den Verkehr nunmehr auch im Elternhaus seiner Ursula auf. Er ist dort gern gesehener Gast, zumal er sich nach Kräften erkennt- lich zeigt. Wie oft fährt er mit der ganzen Familie aus, aber
häufiger mit seiner jungen Freundin, die ihm zeigt, daß sie ihn
abgöttisch liebt, je mehr er versucht, sie zur reiflichen Überlegung ihres Vorhabens zu veranlassen.
Berger hat dann seinen Arbeitsplatz gewechselt, ist seit Wochen im mecklenburgischen Land tätig, als ihn todunglückliche Briefe erreichen, Briefe, aus denen ihm unverhüllt die heiße Liebe und Sehnsucht und die große seelische Not Ursulas entgegenschlägt. Sie verpflichten ihn und seine verantwortungsvolle Seele, und er kehrt— ungeachtet einer Verschlechterung seiner Position— zu ihr ins-westdeutsche Gebiet zurück.
Wie die Sonne das Grau ablöst, so beginnt für beide wiederum das Glück zu leuchten. Ein warmer, herbstlicher Abend sieht sie wieder zusammen. Leise schnurrt der Motor und die breiten Gummireifen mahlen im Sand des schmalen Feldweges, der sich durch Waldungen, Felder und Heide hinzieht. Dunkel ist’s, und im Scheinwerfer des Fahrzeuges sehen beide Kaninchen über den
"Weg hoppeln oder vor dem Wagen herrennen, ohne jedoch aus
dem bannenden Lichtstrahl entrinnen zu können. Sie rennen um ihr Leben! Mit einer bittenden Gebärde veranlaßt Ursula den Geliebten, die Lichter zeitweilig zu löschen, damit die Tierchen aus dem Kreis des Lichtes ins Feld entweichen können.
Über der schlafenden Landschaft wölbt sich ein sternenüber- säter Himmel. Der Mond leuchtet hell und Bäume und Strauch- werk werfen lange, dunkle Schatten. Die Nachtigall beginnt ihr Konzert und löst das Programm der Amsel'ab. Der Wagen schiebt sich zwischen übermannshohen Wacholderbüschen hinein in das Reich der Heide. Berger öffnet den Schlag und hebt die sich an seinem Halse klammernde Gestalt heraus, wirbelt mit ihr in jungenhaftem Übermut im Kreise herum und läßt sie erst los, nachdem er sich an ihren Küssen sattgetrunken hat. Weich bettet er sie dann zwischen Heidekraut und weichem, hohem Gras, und still lauschen sie dann den Stimmen der Nacht. Es ist Grummet- zeit und der leise Wind trägt den würzigen Duft des Heues mit sich.
Rolf nimmt das Köpfchen Ursulas in beide Hände, schaut sie lange, lange an. Die Dunkelheit läßt ihre Züge noch weicher er-
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