glühende Gegenstück. Leise rauscht der Wind in dem Blätterdach der Bäume. Ab und zu löst sich eine gereifte Frucht, um mit schwappendem Laut in das weiche Erdreich zu fallen...
Einer der jungen Leute ist der Journalist Rolf Berger, der zu diesem beschaulichen Abend von seinen beiden Freunden geladen ist, die ihm nun einige Äpfel anbieten.
In die Stille der Stunde mischt sich nun plötzlich der nahende Schritt eines Menschen. Leicht und flüchtig klingt er auf der steinernen, kleinen Brücke auf, die von der Wohnung über den Stadtgraben in den Garten führt. Bald erkennt Rolf die unbestimmten Umrisse einer schlanken Frauengestalt. Sie begrüßt den Gast, nachdem sie sich ihm durch ihren Bruder hat vorstellen lassen. Sie will auf einem der unbequemeren Stühle Platz nehmen, als Rolf aufspringt und ihr seinen Liegestuhl anbietet. Und als sie bescheiden abwehren will, ergreift er kühn ihre Hände und drückt sie sanft auf seinen einstigen Platz, um dann zu ihren Füßen auf dem Raster Platz zu nehmen, wobei er lachend erklärt, daß nun keiner auf den Stuhl zu verzichten brauche. Die klingende, ungemein wohltuende Stimme läßt Rolf aufhorchen. Aber in der Dunkelheit sind die Züge des Gegenübers nur zu ahnen, sonst hätte er längst seine Bekanntschaft von der Landstraße wiedererkannt, die ihm damals solch große Aufmerksamkeit schenkte, nachdem sie von ihrem Bruder über den jungen, erfolgreichen Journalisten manches erfahren hatte.
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Man plaudert von alltäglichen Dingen, die ins persönliche Leben hineingreifen. Beide dämpfen ihre Stimmen, als sie bemerken, daß die beiden Freunde langsam eingeschlummert sind. Und hier beginnt die Norne ihr Schicksalsnetz zu knüpfen das sie beide und das fühlen sie in eine immer nähere Bindung zueinander bringt. Erst als aus der Ferne die Kirchenglocke die mitternächtliche Stunde kündet, schrecken sie auf, und Rolf küẞt in Überwallung seines Gefühls für das junge Menschenkind ihre Stirne. Er verabschiedet sich, und sie bringt ihn bis zur Haustüre, wobei er sich nach dem nächsten Wiedersehen erkundigt. ,, Sie werden mich morgen doch wohl nicht mehr kennen über all den Möglichkeiten, die Ihnen offenstehen", meint sie, worauf er ihre Zweifel mit einigen lieben Worten entkräftet.
Nach einigen Tagen trifft er seine Bekanntschaft wieder in Begleitung einiger ihrer Angehörigen, weit draußen außerhalb der Stadt in einer Gartenwirtschaft. Seiner Einladung, allesamt in seinen Wagen zu steigen, wird mit Freude Folge geleistet. Und
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