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Im Machtbereich der Gestapo : Erlebnis-Roman ; der Wirklichkeit nacherzählt / Paul Frenk
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weil eine Fahrt durch die mondbeleuchtete Spätsommerlandschaft wunderschön ist, geht die Fahrt an der Wohnung vorbei in die nächtliche Natur, über die der warme Sommerwind streicht, den Duft von frischem Heu und den Ruch des aufgebrochenen Ackers mit sich führend. Sie hat neben dem Führersitz Platz genommen und fühlt sich glücklich, die Schönheiten dieses Abends an seiner Seite genießen zu können.

Und dann folgen viele Fahrten, zunächst zu Dreien und später zu Zweien. Wie glückliche Kinder benehmen sich die beiden jungen Menschen, als sie im offenen Wagen durch das weite, grüne und fruchtbare Land fahren. Sie schlank, gebräunt und strahlend vor Glück, und er sportlich im weißen, leichten Dreß, der die braungebrannten Arme und den dunklen Bronzeton seiner Gesichtsfarbe besonders unterstreicht. An irgendeiner einsamen Stelle hält der Wagen und beide umarmen sich in namenlosem Glück. Als dann die Dämmerung hereinbricht und Rolf sein Fahrzeug in einen verschwiegenen Nebenweg gesteuert hat, bettet er seinen Kopf in ihrem Schoß und erzählt aus seinem Leben. Ihre Hände streichen durch sein dunkles Haar und kosend gleiten ihre Finger über seine Wangen.

Er schildert anschaulich und packend seine Jugendzeit und beide lachen herzlich über die jungenhaften Streiche in und außerhalb der Schuljahre. Und dann berichtet er über die letzten Jahre, die Zeit, da das politische Leben in Deutschland alles andere überschattet. Damals, als um die Wende des dritten Jahr­zehnts junge Männer aufmarschierten in weißen Hemdblusen und allüberall Redner von einer neuen, jungen Bewegung kündeten, die hohe Ideale propagierte. Ideale, die mit aller Korruption, mit allen menschlichen Ungerechtigkeiten in Feindschaft standen. Ein neues, einiges Deutschland sollte kommen, das alle Härten aus­merzen, alle Ungerechtigkeiten und sozialen Mißstände beseitigen wollte, ein Programm, das in seiner Art schier vollkommen schien und dem jeder idealistisch veranlagte Mensch zustimmen konnte. Er erzählt dann von den Jahren, da diese Bewegung mit anderen politischen Richtungen im Kampf stand und wo nicht nur die geistigen Waffen zur Anwendung kamen, sondern leider die Menschen in Aufpeitschung aller politischen und meinungsmäßigen Leidenschaften zur Gewalt schritten.

Er berichtet über seine inneren Zwiespälte, von seinem Gefühl, das für diese neuen Ideen, dagegen seine verstandesmäßigen An­sichten, Erfahrungen und sein wachsendes Mißtrauen gegen diese

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