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Wer begründete Aussicht hat, den Märtyrertod einmal zu sterben, der kann vielleicht viel ärgere Qualen der Angst in der Phantasie vorher er­dulden. Denn in der Wirklichkeit des entschie­denen Märtyrertodes hilft ihm Gott; in der eige­nen Phantasie, in der durch keine faktische Wirk­lichkeit begrenzten Möglichkeit der Einbildungs­kraft, aber nicht. Selbst für Christus- aber was sage ich: selbst, da er doch der wahre Menschen­sohn ist war augenscheinlich die Angst der Er­wartung im Garten unsäglich qualvoller als in jedem späteren Augenblick die begrenzte Qual des unvermeidbaren Leidens. Da bestimmte statt der maßlosen Phantasie das unübersteigbare Maß der wirklichen Leidensgrenze das konkrete Leiden.

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Der Osten interpretiert heute seine Kunst in west­lichen Kategorien, da er keine eigenen hat.

Christus spricht immer in der letzten, in der spiri­tualen, in der absoluten Sphäre vom» Heil« des Menschen, das heißt vom Heil des Geistes und der Seele und des Leibes des Menschen in der Be­ziehung zu Gott und dem Nächsten.

Der zweifellose Adel des kontemplativen Lebens wird doch durch jede Miẞachtung des praktischen Gebotes der Liebe gegen Gott, der helfenden Liebe zum Nächsten bis zur Sünde häßlich befleckt, so absolut und sich vordrängend ist das Gebot der Liebe Gottes und des Nächsten, an dem alles hängt.

Nur die Liebe kennt kein Maß und ist doch in ihrer Maßlosigkeit selber das Maß, das göttliche, an dem wir werden gemessen werden.

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