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5. Februar

Ob sie mehr die schauerlichen Schurken sind, die sie zweifellos sind, oder mehr die unvorstell­baren, also ewig unsagbaren Dummköpfe, die sie ebenso zweifellos sind das war und ist das pei­nigende Dilemma, über das man so schwer ins klare kommt. Nun scheint aber doch die Tat­sache, daß sie sich erfahrungsgemäß über die Be­hauptung, sie seien unvorstellbare, also ewig un­sagbare Dummköpfe, die sie zweifellos er- und beweisbar sind, ungleich viel mehr aufregen und ärgern als über den Vorwurf, sie seien schauer­liche Schurken, die sie doch zweifellos anschau­lich und nachweisbar sind. Diese Tatsache scheint zu dem Schluß zu führen, daß sie eben doch noch in höherem oder tieferem Grade die unvorstell­baren und also ewig unsagbaren Dummköpfe sind, die sie sind, als die schauerlichen Schurken, die sie doch auch sind. Entspräche dieser Schluß nicht auch dem letzten Fazit des Erlösers am Kreuz:» Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun?« Warum sie den am liebsten zer­rissen, der sie unaussprechliche Dummköpfe nennt, daran ist nicht etwa die Einsicht schuld, daß sie wirklich diese Dummköpfe sind, denn wäre das der Grund, dann müßten wir ja im Gegenteil schließen, daß sie doch primär in höherem Grade die schauerlichen Schurken sind. Nein, sie sind deshalb in erster Linie die unsagbaren Dumm­köpfe, weil sie das nicht einsehen und sich für unheimlich gescheit halten, daß ihnen in jedem Fall eine Schurkerei wertvoller im Sein vorkommt

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