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dann ist das Absolute sinnlos. Es geht freilich weiter: Ist auch das Sein selber radikal und ewig sinnlos, so bleibt doch die Tatsache, daß der Geist des Menschen den Gedanken des Sinnes ebenso ewig und radikal, wie es scheint, eben hat. Warum? Warum denn überhaupt nach einem Sinn fragen? Das ist ja gerade der objektive Wahnsinn des Ganzen. Wenn wir sagen: Wir fragen doch sonst auch nicht nach etwas, was nicht ist. Daß wir nach einem Sinn überhaupt fragen, setzt dieses schon voraus; also auch mit dem Sinn, wir könnten gar nicht nach ihm fra- gen, wenn es ihn nicht gäbe. Er ist also irgend- wo, eben bei Gott, nur kennen wir ihn nicht - wenn wir so sprechen, sagt uns einer: Bitte, spre- chen wir vielleicht nicht vom Nichts und- gibt es das vielleicht? Das Nichts?! Und wenn, nun, dann ist das Sein gleich dem Nichts, das Nichts das Sein. Satan ist Herr und die Lügen und die Qual. Das ist ja die Würze, das ist das Salz der Ver- zweiflung, das ewig in der Wunde des Menschen

brennt, daß er nach einem Sinn fragt, der doch

nicht ist. Das ist der objektive Wahnsinn.

Fast hundert Jahre lang hat die Literatur die Aufgabe darin gesehen, möglichst exakt die Welt zu schildern, wie sie aussieht ohne Gott . Sie ha- ben einander übertroffen in der Kunst, die ra- sende Flucht vor Gott zu beschreiben. Selbst wenn ihre Kunst nicht selber eingestandenermaßen Flucht vor Gott sein sollte- sie war es doch. Denn sie behielt Gott im besten Falle nur im Schrei der Angst und der Verzweiflung, im hoff- nungslosen Heimweh, in der Maßlosigkeit des Ekels, der ihnen die Seele wegfraß. Der Akzent

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