war trostlos falsch. Keiner glaubte recht an den »Sieg« Gottes. Wie sollten sie dann an den eige- nen glauben? Und doch wäre es falsch, zu sagen, daß Gott ohne Getreue gewesen sei auch in die- ser Zeit. Aber wie sie auftraten und sprachen, waren sie oft schon über die Welt hinaus. Der Welt gegenüber waren sie merkwürdig kraftlos, mittelmäßig, unzulänglich, ja geradezu unecht literarisch. Die einzige Ausnahme war wohl Hilty. Dort war wirklich Kraft, Kraft von oben und eine Mission, Freude, Sicherheit, Wahrheit und Sieg. Keppler war nur gutgemeinte Literatur, auch der Rembrandtdeutsche allzu deutsch ein- gebildet. Sie wohnten nicht beim ewigen Feuer. Sie erzählten nur, daß es eins gebe.

Der Soldat im Menschen kann dem Christlichen nutzen, weil er durch Natur und Erziehung ein besonderes Element des Gottesdienstes besser ver- steht als irgendein anderer: den Gehorsam. Im Verhältnis des Seins und der Tätigkeit der Krea- tur zu Gott ist der Gehorsam durch nichts ersetz- bar als eben durch die vollkommene Liebe des Heiligen. Welche Umstände sentimentaler Art macht nun etwa der Dichter im Menschen, und wie viele intellektuelle Schwierigkeiten glaubt erst der Philosoph im Menschen lösen zu müssen, ehe er einem Befehl Gottes gehorcht! Im Manne kann das Soldatische eine große Hilfe zum christ- lichen Gehorsam sein, das Weib braucht es nicht, es ist von Natur und aus Liebe dem Gehorsam näher: es ist demütiger.

Sic transit gloria mundi- transit, ja, sie ist aber nicht nichts, diese gloria mundi. Nichts, was Sym-

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