»Natur«, aus der Kausalität der cansae secundae zu erklären; und zwar auf dem ganzen Gebiete des erschaffenen Seins von der Physik und Chemie bis zur Politik und Metaphysik. Es gibt keine Halbheiten. Und ist das nicht in gewissem Sinne gut so? Und ist denn nicht die natürliche Theo- |ogie von ungeheurer Bedeutung?

Die Leidenschaft des Schriftstellers kann groß sein. Noch in der fahlen Nacht der Angst liegt ihm an der Exaktheit dieses Ausdrucks: Es ist eine fahle Nacht, nicht eine dunkle, schwarze, un- durchdringliche Nacht! Es ist eine fahle Nacht. Und noch während er das entsetzliche, mit nichts vergleichbare Fallen ins Grundlose, Bodenlose fühlt, jenes furchtbare Fallen ohne Hoffnung, das»Fallen an sich«, will er noch diese Beschrei- bung in dem wahren Ausdruck retten: So ist sie, die Angst, so und nichtanders: eine fahle Nacht.

Apollon und Christus: dieses war die Synthese der Sehnsucht Hölderlins. Dann kam: Dionysos und Christus, etwas unedler. Entsprechend war der Wahnsinn, in den beide, Hölderlin und Nietzsche , fielen. Aber wie überraschend ist die Synthese im Bilde von Turin : Zeus und Christus!

»Die Apokalypse der deutschen Seele« ist pein- licher noch als die Suhle Sörgels, denn sie stellt ganz andere Prätentionen! Der Vergleich Georges mit Isaias, jawohl Isaias, ist, eine schauerliche Blasphemie; nein, wäre es, wenn der Mann die- ses Niveau erreichte; aber er tut es nicht. So ist es Gewäsch. Es ist nicht einmal»Literatur«, die ein Gefühl für Qualität voraussetzt. Aber

277