fühlen, noch ehe man sie erkennt. Ich kenne Leute, sie waren im Kriege, sie waren in Rußland und haben die Augen offen gehabt, auch die Herzen. Sie glaubten sogar an Gott, an sein Erkennen, sein Wollen, sein Wirken, seine Weisheit, an seine Macht, aber an sein Fühlen, Mitfühlen, an seine Liebe, seine Barmherzigkeit- nein, da wurden sie sogar unwillig und hart, da ergrimmten sie: kom­men Sie mir nur damit nicht, sagten sie. Liebe, das ist eine interne, seltene Angelegenheit von ein paar Ausnahmemenschen, aber in Gott ist dazu nicht einmal eine ferne Analogie...<<

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Ich habe den Mann reden lassen, ich hatte nicht vorher die Antwort- wiewohl ich eine habe" zu der ich dann erst die Frage stellte und ihr an­paßte, das übliche rhetorische Kunststück aller, die Dialoge schreiben und damit leidenschaftliche Frager so sehr verstimmen.

All mein Wissen und auch Schreiben ruht doch auf meinem Glauben. Ich erschrecke manchmal dar­über, wie sehr das der Fall ist. Alle meine Er­kenntnisse zerfallen in zusammenhanglose Stücke, in sinnlose, leere Stücke, wenn sie nicht im Glau­ben hangen.

Der Teufel hat diesmal schlechte Voranschläge gemacht. Sein Kapital an Ideen, das er in diesen Versuch als Antichrist warf, war doch zu erbärm­lich, selbst für diese heruntergekommene Welt, als daß er sie damit fangen könnte.

Es ist eine Tendenz, und Gott scheint ihr nicht abhold zu sein, die Dinge dieser Welt fast>> total<< und reinlich aus den immanenten Gesetzen der

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