gleich das Ganze und Alles sei? Ist es denn nicht auch, muß es denn nicht in dieser endlichen Welt und unter endlichen Wesen sein: abgeschlossen, begrenzt, abgeschnitten? O gewiß, es wird auch begrenzt sein, die Wörter» abgeschlossen« und » abgeschnitten« aber möchte ich hier nicht gebrau­chen und auch nicht» Mangel«, doch» begrenzt<< und» individuell geformt« ganz gewiß, aber eben mit einem Unterschied wie zwischen Leben und Tod, zwischen Licht und Finsternis. Denn das Gute kommuniziert immer mit dem vollen Sein, welches Gott ist, und wenn das Gute noch so win­zig und arm ist. Genau das tut das Böse nicht, und sei es so großartig und äußerlich prächtig wie das» Reich«, das» von dieser Welt« ist und unter dem Fürsten dieser Welt steht.

Gerechtigkeit ist als Maxime für das soziale Le­ben weit besser als» Gleichheit, Freiheit und Brü­derlichkeit. Wären von Natur alle Menschen gleich, könnte ja das soziale Problem nicht allzu schwierig sein. Und gewiß, sie sind gleich, und das ist das erste, aber sie sind auch ungleich, und hier beginnt die Gerechtigkeit als Schwierigkeit.

17. Januar

Müßte man verzweifeln, wenn Gott zwar die Liebe, aber gleichzeitig, was sage ich- gleichewig die Ohnmacht wäre? Aber er ist ja auch all­mächtig. Seine Heiligen haben daran nie ge­zweifelt.

20. Januar

Der menschliche Verstand ärgert sich so leicht daran, daß alles zur Not, nur so im großen und

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