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wo und bis zu welchen Grenzen das Gleichnis gilt und reicht.
14. Januar
Das Böse ist vom Willen aus eine Setzung, eine Position auf Grund einer Auslassung, eines Man- gels. Darum kann die Metaphysik das Wesen des Bösen als Mangel bestimmen. Das Religiöse tut das eigentlich nicht. Auf die letzte Definition gebracht, ist das Böse immer der willentliche Aus- schluß eines Göttlichen durch das Geschöpf. Der willentliche Ausschluß! Also ist die Ursache des Bösen die erschaffene Freiheit, denn die unerschaf- fene Freiheit, also Gott selber, kann aus sich das Böse nicht hervorbringen. Er ist Einer und drei- persönliche Liebe. Das Böse kann nicht in der leb- und geistlosen Materie sein, es sei denn, diese werde das Werkzeug eines freien Geistes. Es ist der Gipfel der Schöpfermacht Gottes, daß sie ein freies Wesen erschaffen kann, ein Wesen, das auch Ihm gegenüber frei sein kann, ach, auch zu seinem Unheil.
Wenn die Mystiker nicht direkt einen Auftrag
von Gott erhalten, etwas oder sich selber mit- zuteilen, dann schweigen sie gern. Nur wenn sie zufällig an den Grenzen des Philosophischen oder des Dichterischen wohnen, finden sie zuweilen wieder die Sprache. Als Thomas mit einem Male der philosophische Kontinent entschwand, ver- stummte er.
Du sagtest vorhin, daß»das Böse« eine Abschlie- fung sei, eine Begrenzung, eine Abschneidung.
Willst du denn nun sagen, daß»das Gute« immer
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