dox wieder durch ein Paradox erklären, ergibt doch eine falsche Unendlichkeit]. Jawohl, es ist paradox, aber es ist nicht absurd, denn Ar­mut und Reichtum werden von der menschlichen Sprache im Paradox nicht in derselben Hinsicht ausgesagt; geschähe dies, so wäre es absurd, also bloß Geschwätz, das weder sein noch gedacht wer­den kann. Das Paradox kommt allein dem Men­schen zu, aber als Mittel und Weg, nicht als Zweck und Ziel. Wo der Mensch das meint, ist sein Geist krank. Als Mittel und Weg! Wozu und wohin? Zur Einfachheit und zur Einheit. Für den Men­schen gibt es hier Stufen. Der menschliche Ge­danke ist mehr Einfachheit und Einheit als seine Sprache, also Wörter und Sätze; seine natürlich­geniale Intuition ist mehr Einheit und Einfach­heit als sein dieses ergreifendes und behandeln­des Denken, und die ihm etwa zuteil werdende übernatürliche Offenbarung, ja, schon sein echter christlicher Glaube, sind in höchster menschen­möglicher Form Einheit und Einfachheit. In Gott selbstverständlich ist weder das Absurde[ das ist nirgends, das ist- Nichts] noch das Paradoxe, weil er absolute Einheit und Einfachheit ist. Die menschliche Wissenschaft als Idee und Ideal ist jener Teil im Menschen, der das Paradox nicht liebt und möglichst auszuschalten wünscht. Sie ist wesentlich rational. Wo ihr ein Paradox un­versehens sich aufdrängt, wie heute in der theo­retischen Physik bei Atom- und Lichtlehre, fühlt sie sich recht unbehaglich und gibt sich durchaus nicht zufrieden, bis sie eine rationale Einheit und Einfachheit der Prinzipien findet. So ist es we­nigstens bei allen Einzelwissenschaften, die auf möglichst geschlossene Systeme sehen. Bei der

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