die Kunst, das Können noch nicht ganz fertig wurde, den es nicht ganz auflösen konnte wie das» Fließen, die Hauptsache, denn núvτa paî, alles fließt, das heißt aber, wie Hegel sehr rasch erkannt hat: nichts fließt. Alles und nichts, Sein und Nichtsein ist dasselbe; sie sind identisch und deshalb vertauschbar. Es gibt nur das Fließen. Nur das Fließen zu malen, ist der wahnsinnige Versuch, das Absurde zu malen: die Veränderung zu malen ohne das Ding, das sich verändert. Und das ist nun auch dem größten Impressionisten nicht gelungen.

21. Dezember

Wenn einer aufrichtigen Herzens sagen kann und darf, daß er Gott von Herzen liebe, dann darf er eigentlich sicher sein, daß er von Gott geliebt wird; denn nur die Liebe Gottes kann dieses wirken, daß ein Mensch Gott , Ihn, den Unsicht­baren, liebt. Und wann war Gott unsichtbarer als gerade heute?

Es ist eine große Demütigung für einen Men­schen, der das Große tun kann, wenn ihm deut­lich gemacht wird, daß er das Geringere nicht kann, das Geringere, das doch ungefähr alle kön­nen. Aber das ist vielleicht überhaupt ein Prin­zip dieser Welt: in dieser Welt muß der Geist demütig sein, da er ohne die Materie überhaupt nicht bestehen kann. Der Hochmut des reinen Geistes ist in seinem eigenen Reiche Lieblosigkeit und Verrat an Gott, in dieser Welt ist er sozu­sagen materiell eine Lächerlichkeit und eine Lüge.

Daß ein Götze auch etwas Lächerliches ist, daß sowohl der sich göttlich verehren Lassende wie

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