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Kein Mensch liebt, betrogen zu werden, und jeder hat mehr oder weniger Angst davor. Aber nur allzuoft geschieht es, daß diese Angst ihn um
wertvolle Güter und Erlebnisse betrügt.
Im Grunde sind beide Metaphysiken in reiner Form: daß es nur ein absolutes Sein gibt ohne Werden oder nur ein ewiges Werden ohne ab- solutes Sein- im Grunde sind beide närrisch. Aber die des absoluten werdelosen Seins ist doch ehr- würdiger als die des Werdens. Merkwürdig da- bei ist, daß wahrscheinlich der Begründer der reinen Werdensphilosophie, welche zur Gassen- philosophie dieser Tage geworden ist, Heraklit,
persönlich ein hochmütiger Aristokrat und Men-
schenverächter war.
Der Impressionismus in der Kunst, und zwar in jeder Art Kunst, nicht bloß in der Malerei, war der genaueste Ausdruck der gleichzeitigen Wer- densphilosophie, einer Philosophie der Oberfläche und der Auflösung des Substanzbegriffes. Es kann der Malerei etwa die Aufgabe gestellt sein,»flie- ßendes Wasser« zu malen als Einheit. Sehen wir einmal von der verschiedenen Begabung, dem ver- schiedenen Können der einzelnen Künstler ab und dem davon abhängigen verschiedenen Gelingen, so wird doch in einer philosophisch gesunden Zeit keinem Künstler der Gedanke kommen, daß er die Einheit»fließendes Wasser« zerreißen könne, indem er nur»Wasser« malt oder nur das»Flie- ßen« malt. Dieses letztere aber war das Ideal des Impressionismus. Das Wasser, das fließt, ist nur ein scheinbares Etwas, es ist eigentlich- ja, es ist überflüssig, ein bedauerlicher Rest, mit dem
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