Augen derselben Welt, die einen Christen, der hofft, von Gott für gute Werke belohnt zu wer­den, für einen gemeinen Kerl erklärt, weil er nicht das Gute um des Guten willen tue. Solche Widersprüche schluckt sie.

In den Grenzgebieten zwischen Sein und Nichts wachsen die sinnvollen Paradoxe als die einzigen einigermaßen adäquaten Ausdrücke für anders nicht faßbare Dinge und Zustände. Bewegung ist ein Merkmal des Lebens. Was kann sich so rasend bewegen wie eine Maschine, und doch ist sie tot, ist» das tote Leben« gegenüber der gering­sten Pflanze, die scheinbar sich überhaupt nicht bewegt, in der aber das Geheimnis des Lebens ist. Das tote Leben, das ist kein» hölzernes Eisen«. Und sinnvoll heißt der Teufel: der lebendige Tod. Er ist ja Geist, und Geist ist immer Leben, das lebendigste Leben. Aber er ist am weitesten weg von Gott und am nächsten dem Nichts: also dem Tod.

Alle unsere Siege werden» planmäßig« errungen. Alles ist» einkalkuliert«. Aber allmählich wird doch klar, daß vieles, was zweifellos geschieht, nicht» planmäßig« geschieht. Oder sollte es doch » planmäßig sein? Freilich der Bestandteil eines anderen Planes, des Planes eines ganz andern?! Wie, wenn nun der Plan dieses ganz andern aus­geführt würde! Und es der Plan unserer Nieder­lage wäre!

Auch in der Natur sieht man vielen Geschöpfen ihren Ursprung nicht an.» Aus diesem Wurm soll ein Admiral werden? Du bist wohl verrückt!<<

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