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Messias ab und kreuzigten ihn sogar. Aber die, welche annahmen, nahmen ganz an. Wo ist bei den Heidenchristen ein Beispiel für einen solchen schmerzlichen Bruch mit dem»Nationalen«? Man wird doch wohl nicht meinen, diese fünftausend Judenchristen hätten die jüdische Nation gehaßt. Sie werden sie wohl so geliebt haben, wie Paulus
" sie geliebt hat, was sage ich, wie Christus sie auch
geliebt hat. Auch die ersten Märtyrer waren ja doch- Juden. Die Heidenchristen folgten erst später nach. Unerforschlich bleibt natürlich für uns, warum Gott die Juden auserwählt hat, warum der Ewige Sohn in Fleisch und Blut des jüdischen Volkes Mensch geworden ist. Aber hinterher geht einem doch manches Licht auf. So eben durch das rücksichtslose Opfer des National- stolzes, und welch eines Nationalstolzes! Es gibt keinen größeren als den jüdischen. Ihm gleich, wenn erwacht- er kann schlafen- ist nur noch der deutsche. Wer kann so hassen wie der Jude? Und der Protomartyr Stephanus: wie vollkom- men erfüllte er das neue Gesetz, wie leuchtend trägt er das Merkmal des christlichen Märtyrers, das ihn entscheidend kennzeichnet: den Feind zu segnen, statt ihm zu fluchen, ihn zu lieben statt zu hassen. Es gibt manchen, der das Zeug zum Märtyrer sozusagen von Natur in sich gehabt hat, in neueren Zeiten zum Beispiel Kierkegaard und in einer brutaleren Form Bloy. Aber dieser hätte seine Gegner im Akte des Martyriums ge- haßt und jener hätte sie wahrscheinlich verachtet, was auch nicht richtig ist.
Ich sprach in diesen Blättern von einer himm- lischen Ungeduld, die eine Köstlichkeit sein kann
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