ten, der Anlaß zu meinen Bemühungen, ins Klare zu kommen und den Block meines Gewißheitsgefühles in Argumente zu spalten und aus ihnen logische Waffen zu schmieden.
Die Schule und der Schulmeister gehören als Ruhm und geschichtlich wirkende Macht zur Kultur des Westens, der Osten kennt sie nicht in dem Maße und in dieser Bedeutung. Natürlich kennt sie der Osten auch, denn sie gehören zum Menschen, namentlich in einem bestimmten Stadium der Zivilisation. Zwischen Meister und Schulmeister besteht ein gewisser Unterschied und eine gewisse Spannung, insofern als ein guter Schulmeister kein » Meister« zu sein braucht und ein» Meister<< überhaupt kein Schulmeister. Aber zuweilen besteht eine Personalunion, und das eben ist der Ruhm des Abendlandes. Zuweilen ist ein vollkommener » Meister auch» Meister der Schule«, also vollkommener Schulmeister. Das größte Beispiel ist der heilige Thomas.
Der» Zeitgeist ist zuweilen eine überwältigende Macht. Der Rationalismus zum Beispiel war so stark, daß er auch wesentliche Antirationalisten. zwang, rationalistisch zu denken und zu sprechen, wenigstens bis zu der Grenze, wo sie es schlechterdings nicht mehr konnten und durften, zum Beispiel Pascal oder, noch mehr, Johannes vom Kreuz , dessen Mystik, soweit er von ihr Rechenschaft gibt, eine Ausschöpfung des Rationalismus ist, eine Exhaustion.
Die Musik und die Dichtung sind sehr zweideutig. Die Herren von heute, die ersten absoluten Apostaten Europas , werden ohne jedes Bedenken
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