ner ben ten der nur Ter- che
Kierkegaards zu reden, jenes Paradox, welches überhaupt die Wahrheit ist. Es gibt nur ein ein- ziges solches. Alle anderen unzähligen möglichen sind nur Abstrusitäten oder simple Absurditäten. Eine einzige Formulierung, die aber für die welt- lichen Rationalisten ohne den Glauben einfach absurd ist, und nur eine einzige, aber immer noch durchaus paradoxe, hat das Privileg, der wahre menschliche Ausdruck zu sein für den Tatbestand einer anders einfach nicht faßbaren christlichen entscheidenden Wahrheit. Aber habe ich nun nicht den Anfang ganz vergessen? Sprach ich nicht von einem Druck und von großen Schwierigkeiten, und nun gehe ich fast unter in Begeisterung, wie doch immer, wenn ich zu dieser Theologie komme? Was wollte ich denn sagen? Ja, dieses: daß der Prädestinationsgedanke immer wieder eine solche Übermacht zu gewinnen droht, daß der Gedanke der Freiheit hineingerissen wird, auch wenn man ihn mit äußerster Strenge zu stabilisieren ver- sucht. Aber daraus braucht vielleicht nur zu fol- gen, daß eben für den menschlichen Verstand der Gedanke der Notwendigkeit schr viel leichter zu
fassen und zu denken ist als der Gedanke der Freiheit.
Möchtest du nun eigentlich, daß jemand liest, was du da Nacht für Nacht schreibst- du schreibst immer nur nachts, hast du jemals etwas bei Tag niedergeschrieben?-, möchtest du eigentlich, daß das jemand liest?- Du überraschst mich durch diese Frage; ich habe sie mir bewußt noch nie ge- stellt, ich schreibe sozusagen, weil ich Leser bin und immer von meinem Schreiben profitiere. Aber jetzt, da ich gefragt werde, muß ich gestehen:
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