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Gott zu glauben, wenn das Gute und das Edle herrschen. Aber ist denn das geschehen, als Chri- stus gekreuzigt wurde und seine Blutzeugen für ihn starben?- Wohl, Sie verteidigen den Glau- ben gut. Und ich habe ihn ja auch und will ihn nicht verlieren. Gott beschütze mich! Aber sa- gen Sie.mir, ob der Glaube auch in dem Falle noch möglich ist, da zur der Teufel herrscht und Gott in keiner Weise mehr sich zeigt, also voll- kommen ohnmächtig ist?- Das ist ein furcht- bares Sophisma, denn das eben ist ja der»Glaube«, daß Gott jederzeit allmächtig ist und über den Teufel gesiegt hat. Sie sind auch hier noch nicht von den»Gedanken« der Menschen losgekom- men.- Ich ahne wohl, daß Sie recht haben und sih zum Anwalt der Heiligen machen. Aber las- sen Sie mich der Anwalt, nicht des Teufels, son- dern des schwachen Menschen sein, der, wie ich selber, die Barmherzigkeit Gottes nötig hat. Ist nicht gerade für einen einigermaßen»guten Men- schen«, der die Augen für die Ereignisse der Welt offen hat, das am schwersten Glaubhafte- die Macht und gar die Allmacht Gottes? Ist es nicht denkbar, daß einer den Glauben an die Allmacht Gottes, des Vaters, verloren hat und dennoch an Christus glaubt, das ist vielleicht nicht richtig ge- sagt: nein, Christus liebt als das vollkommenste Wesen, das aber als»die Liebe« seine Existenz mit dem Untergang bezahlen mußte, weil eben der Liebe nicht die Macht gehört.- Sie sind nicht nüchtern genug. Ein Dichter»übertreibt«- das ist sein Wesen. Der Dichter magnifiziert. Aber man darf nur- und auch nicht immer- das Gött- liche magnifizieren, nie das Gemischte oder das Mittelmäßige oder gar das Böse. Den Menschen,
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