Er erfindet seinen eigenen Ritus und läßt dann fronen. Gebet und Arbeit sind die» ordentlichen<< Waffen gegen die Furcht, die Angst des Lebens. Doch glaube ich, daß die Furcht als Gottesfurcht, als Ehrfurcht vor Gott , in Reinheit ein Element aller» Kreatur«, ja ein Bestandteil der höchsten Liebe des Geschöpfes zu Gott ist. Völlig ausgeschlossen von einem Kinde oder Freunde Gottes ist freilich alle tierische, knechtische oder gar höllische Furcht, also die Furcht vor Sünde oder Strafe der Sünde. Aber die Allmacht und ihre Kraft bleiben in alle Ewigkeit. Und diese Allmacht und diese Kraft hat nur einer: Gott . Kein Geschöpf hat sie, und auch die gesammelte Kraft aller Geschöpfe ist dagegen ein Nichts. Eine Furcht davor liegt also einfach als Natur« im Wesen des Geschöpfs. Sie müßte auch für den Unschuldigen oder den Wiederversöhnten noch furchtbar sein, wäre nicht die Offenbarung der Liebe Gottes , in der sie versinken, aber nicht zerstört werden kann. Ja, um alles zu sagen: sie könnte nicht einmal in der Liebe Gottes versinken, wäre nicht der ewige Sohn, die zweite Person der Trinität, Mensch geworden.
» Sich einen Namen machen« ist der höchste Ehrgeiz der Welt. Dafür entsagt der Edlere sogar dem Genuß. Und es ist die einzige Weise, wie die Welt dem großen Geheimnis des» Namens< nahezukommen strebt. Das Geheimnis des Namens aber ist der» Auserwählte«, und diesen Namen gibt allein Gott ohne primordiales Zutun des Menschen, und Gott gibt diesen Namen über den Namen des Ewigen Sohnes, dessen Name über alle Namen ist.
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