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Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
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14. Dezember

Fortsetzung: Herr, hilf mir! Für gewohnheits­mäßige Beter halte ich das nicht für unmöglich, ja nicht einmal für unwahrscheinlich. Bedenken Sie, wieviel heutige Menschen zugeben, daß sie unbewußt tun und tun können, was Menschen von gestern unbewußt zu tun oder tun zu kön­nen für unmöglich, ja für lächerlich und absurd erklärt haben. Aber ich möchte nicht abschweifen zu langwierigen Gesprächen. Das Wichtigste an diesem benediktinischen Spruche ist die Ordnung jenseits jeder psychologischen Schwierigkeit, die hierarchische Ordnung, daß das Erste des bewuß­ten Menschen, um recht zu leben und also auch der» Flucht zu entgehen, die bewußte Herstel­lung der Beziehung zu Gott, der» Allmacht«< ist, in deren Hand er absolut ist; und diese bewußte Herstellung kann nur im orare bestehen, im Be­ten, und zwar im Beten im weitesten Sinne des Wortes, so daß schließlich, wie am Anfang im unschuldigen Kinde, das getauft worden ist, so auch am Schlusse im versöhnten Menschen das Atmen selber zum Beten wird, das Atmen selber schon, das doch gar nicht mehr in der Kraft, in der eigenen Kraft des individuellen Menschen liegt, sondern die Lebenskraft ist, die Gott dem einzelnen gibt. Das Beten ist das Erste, was ich zu tun habe, und dann auch das Letzte, was ich in der äußersten Schwäche vor dem Tode noch tun kann. Und das Nächste ist das Arbeiten, das ich noch tun muß, so lange ich noch etwas Kraft dazu habe. Über diesen Spruch, über diese Ord­nung geht in diesem Äon nichts hinaus. Es kann dazu nur noch» Ausführungsbestimmungen<< ge­ben. Auch hier kann der Teufel nur nachäffen.

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