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den mit»Vollkommenheit« sich verträgt. Jeder Mensch gäbe viel, die Furcht zu verlieren. Das Christentum verspricht, den Menschen von der Furcht zu befreien. Die Engel Gottes treffen den Menschen an einem seiner wundesten Punkte mit der Aufforderung: Fürchtet euch nicht! Das Mit- tel, welches das Christentum anbietet, ist die Liebe oder einfach: Gott selber, indem er die Liebe ist. Furcht ist ein Produkt von Schwäche und Schuld. Darum laufen auch die Selbstbe- mühungen des Menschen, mit der Furcht fertig zu werden, darauf hinaus, je nach dem die Schwäche zu überwinden oder die Schuld. Das bequemste und immer wieder versuchte Mittel ist das Vergessen oder die Illusion durch Betäu- bungsmittel irgendwelcher Art. Die Erfahrung zeigt bald, wie oberflächlich einerseits und zer- störend anderseits diese Mittel wirken. Eine kurz wirkende Kraft wird abgelöst von einer nur. um so realeren Schwäche und also größeren Furcht, ein momentanes Vergessen der Schuld in einer Illusion von einem um so näheren Erinnern und daher wiederum: Furcht und Angst. Das ist also nicht der rechte Weg. Arbeit ist ein besserer Weg. Aber kein sicherer...»Arbeiten und nicht ver- zweifeln« ist eigentlich bereits Verzweifeln. Bei- des steht im äußersten Falle, den ich aber in Be- tracht ziehen muß, wenn solche Gebote nicht ein- fach bloße Notbehelfe sein sollen oder gar blo- Bes Geschwätz- beides steht im äußersten Falle gar nicht in meiner Macht, weder das Arbeiten noch gar das Nichtverzweifeln. Das Rezept muß also im äußersten Falle versagen, es trifft die tealen Zusammenhänge gar nicht. Der Spruch ist sicherlich nicht christlich, er ist der alte stolze
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