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Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
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nicht zu verstehen.[ Er scheint ihr also auch nie begegnet zu sein, denn sonst: was wirklich ist, hat doch wahrlich seine Möglichkeit bewiesen!] Das ist ehrlich gesprochen, und ich ziehe es weit dem Geschwätz vieler christlichen Pfarrer vor, die gar nicht wissen, um was es sich handelt. [ Hinwiederum müssen sie es ja freilich sagen kraft ihres Amtes.] Das Charisma, das letzte Siegel des Segens auf die Liebe zum Feinde drük­ken zu können, scheint dem Märtyrer vorbehal­ten zu sein. Der erste war der heilige Stephanus. Manche, aber nicht viele, sind ihm nachgefolgt. Es betäubt, zu bedenken, daß Christus, noch am Kreuze hängend, sein Volk gesegnet hat, und kurz nach ihm der sterbende heilige Stephanus. Wo ist das Volk, das damit sich messen könnte? Die Engländer haben etwas davon in Thomas Morus . Am schwärzesten sehe ich für das spiri­tuale Schicksal der Deutschen deshalb, weil sie nichts davon haben. Alle, die Deutschland für >> groß« hält, haben gegen ihre Feinde Teufel und Dämonen beschworen.

So spricht der Amokläufer:» Möchte doch die Welt einmal Vernunft annehmen!« Aber die Welt ist im Augenblick wohl eher der Meinung, daß die Vernunft darin bestehe, gegen den Amok­läufer Amok zu laufen, und nicht, wie er meint, dem Amokläufer die Kehle hinzuhalten, daß er sie durchschneide.

Jeder Mensch, der denkt, betrachtet wohl die Furcht als eine große Hemmung, als eine Knecht­schaft, eine Entwürdigung der» Person, als ent­scheidenden Mangel, der unter keinen Umstän­

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