nicht zu verstehen.[ Er scheint ihr also auch nie begegnet zu sein, denn sonst: was wirklich ist, hat doch wahrlich seine Möglichkeit bewiesen!] Das ist ehrlich gesprochen, und ich ziehe es weit dem Geschwätz vieler christlichen Pfarrer vor, die gar nicht wissen, um was es sich handelt. [ Hinwiederum müssen sie es ja freilich sagen kraft ihres Amtes.] Das Charisma, das letzte Siegel des Segens auf die Liebe zum Feinde drükken zu können, scheint dem Märtyrer vorbehalten zu sein. Der erste war der heilige Stephanus. Manche, aber nicht viele, sind ihm nachgefolgt. Es betäubt, zu bedenken, daß Christus, noch am Kreuze hängend, sein Volk gesegnet hat, und kurz nach ihm der sterbende heilige Stephanus. Wo ist das Volk, das damit sich messen könnte? Die Engländer haben etwas davon in Thomas Morus . Am schwärzesten sehe ich für das spirituale Schicksal der Deutschen deshalb, weil sie nichts davon haben. Alle, die Deutschland für >> groß« hält, haben gegen ihre Feinde Teufel und Dämonen beschworen.
So spricht der Amokläufer:» Möchte doch die Welt einmal Vernunft annehmen!« Aber die Welt ist im Augenblick wohl eher der Meinung, daß die Vernunft darin bestehe, gegen den Amokläufer Amok zu laufen, und nicht, wie er meint, dem Amokläufer die Kehle hinzuhalten, daß er sie durchschneide.
Jeder Mensch, der denkt, betrachtet wohl die Furcht als eine große Hemmung, als eine Knechtschaft, eine Entwürdigung der» Person, als entscheidenden Mangel, der unter keinen Umstän
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