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Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
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echt christlichen Leiden, also mit den Leiden der Liebe, der Welt vorgesetzt worden und ist in der »Welt « einfach verschwunden, einfach nicht da. Aber er ist vor Gott da! Ach, wann ist denn die Stunde Gottes? Kommt sie denn? Warum kommst Du nicht? Komm, ja, komm! Bist Du immer, bist Du ewig in Ohnmacht? O Herr, Du läßt mir den

-Glauben verringern; laß mir die Liebe! Führe

mich nicht in Versuchung! Mich? Bin ich denn allein? Führe vn nicht in Versuchung! ı1. Dezember

ı2 Uhr. Die Italiener werden geschlagen und damit auch wir. Die Tatsache, daß Millionen

‚Deutsche sich darüber freuen, und zwar gute

Deutsche, ist das deutlichste Zeichen, wie sehr die Welt aus ihren Fugen ist. Hätte ich es als Kind für möglich gehalten, daß einer aus Pflicht und Liebe zu Gott die zeitliche Niederlage seines eige- nen Volkes wünschen und begrüßen kann? Kann überhaupt ein Kind dieses begreifen? Wie schwer ist es heute, schwermütig und zum Schweigen ver- pflichtend ist es, Vater zu sein, Kinder zu haben, die einem vertrauen und denen man den wahren Sachverhalt nicht sagen darf, weil sie ihn noch gar nicht verstehen können.

Replik eines Schrifistellers: Gegen Kritik bin ich immun. Entweder bin ich so eingebildet auf das,

"was ich geschrieben habe, daß es mir völlig gleich-

gültig ist, was ein anderer darüber sagt oder schreibt; oder ich bin selber so heillos davon über- zeugt, daß, was ich geschrieben habe, ohne jeden Wert ist- nun, und dann ist es wieder völlig

gleichgültig, was ein anderer darüber sagt oder schreibt. Ich bin immun.

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