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Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
Entstehung
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Werk der Verführung bezweckt die Aufgabe des eigenen Willens und dessen Hingabe oder Aus­lieferung an einen anderen Willen, einen schlech­ten und bösen. Dem Mann gegenüber, als Mann, ist die Taktik des Teufels die» Versuchung«<, sei­nen eigenen Willen zu betonen und durchzusetzen gegenüber dem Willen seines Schöpfers und Got­tes, gegenüber einem heiligen Willen.

Die Geschichte lehrt, daß im großen und ganzen die Polizei oder was so heißen kann doch stärker ist als das Verbrechen, einfach deshalb, weil trotz aller Verderbtheit die Menschen es doch so haben wollen. Die Filmregisseure lassen doch auch im­mer die Polizei gewinnen gegen Gauner und Mör­der, was sie gewiß nicht täten, wenn das Kino­publikum es nicht wollte. Es sind fast hundert Jahre her, daß Kierkegaard das Sokratische in die Christenheit eingeführt hat. Es war eine große Sache. Welchen Erfolg in der Welt hat sie ge­habt? Den entgegengesetzten. Nicht der indirekte, immer wieder sich selbst zurücknehmende» Füh­rer«, sich selbst zurücknehmend aus Ehrfurcht vor der Gotterschaffenheit eines jeden einzelnen, so daß jeder einzelne den Anspruch und das Recht hat, von Gott selber gelehrt zu werden, nicht der Maieutiker als Führer zur Offenbarung und zum Heiland, zur Freiheit und zur Autonomie ist die Entwicklung gewesen, sondern das Gegenteil: der direkte» Führer«, geboren aus einer kriminellen und infantilen Phantasie, ein noch vor dreißig Jahren unvorstellbares Produkt, aus den Ver­wesungsgasen eines todkranken Volkskörpers. Der göttliche Gedanke Kierkegaards ,>> jener Einzelne< hat ein echt christliches Fiasko erlebt. Er ist unter

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