Druckschrift 
Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
Entstehung
Seite
119
Einzelbild herunterladen

ב

r

e

n

n

ei

e

n

n

=-

e

2,

h

d

1-

r

S,

1:

n

=

r

i-

ch

also etwas, das er nicht selber macht. Ein Sollen ist immer an ein Wollen gerichtet, entweder daß man überhaupt wolle oder daß man etwas wolle. Im Reiche der Freiheit, zu dem die Liebe gehört, heißt ein Sollen, daß ich der Freiheit die Bahn frei mache, den» Weg bereite«. Die Liebe selber kommt frei wie die Gnade, zu der sie gehört.

» Am deutschen Wesen soll die Welt genesen<< das ist nicht um des Reimes willen gesagt, das ist ernst gemeint, die Sache ist gemeint. Übrigens hätte das viel wahrscheinlichere Gegenteil auch einen Reim: am deutschen Wesen soll die Welt verwesen. Salus ex Germanis, das ist die Absicht. Also nicht salus ex Judaeis. Die Weltgeschichte, nein, die Heilsgeschichte, soll umgestoßen wer­den. Man täusche sich nicht! Mir graut, wenn ich sehe und höre, wie sehr diese Apostasie unter­schätzt wird. Sie haben gegen die christliche Reli­gion durchaus nicht bloß die machiavellistisch­napoleonisch- faschistische, rein politische Haltung, sie ihrer Herrschaft unterzuordnen oder für ihre Herrschaft zu benützen, nein, sie wollen sie ver­nichten und ersetzen. Salus ex Germanis: ein ger­manischer Heil- und Lichtbringer soll Christus ersetzen. Es ist gut, daß er so viel photographiert wurde und daß es Wachsplatten gibt. Sie werden ein moralisches, religiöses und übrigens auch ma­terielles Elend über die Welt bringen, das wir schwer auch nur ahnen können, das nur der Apo­kalyptiker auf Patmos und einige Heilige Gottes gesehen haben im Geiste; das alles gilt, wenn Gott noch warten will. Wie dunkel ist alles vor uns!

st

1-

1,

Es ist nicht leicht, aus den Prinzipien des Chri­

119