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Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
Entstehung
Seite
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solches Bild ist oft das genialste. Der andere, subalterner als der erste, ist ein Verwischer und Schmierer: ein Esel soll nicht nur das Bild für ein Pferd sein, sondern auch für einen Löwen ..

Das Liebesgebot: du sollst Gott lieben aus gan­zem Herzen macht den Philosophen dieser Welt die größten Schwierigkeiten in einem Maße, daß es manche für widersinnig erklären. Liebe läßt sich nicht befehlen, nicht erzwingen, sagen viele, und haben natürlich recht. Wenn etwas, dann muß Liebe» aus dem Herzen« kommen, muß frei sein, sozusagen grundlos. Ein Befehl treibt sie eher weg, als daß er sie erzeugt. Aber das Sollen dieses ersten und Hauptgebotes ist vor allem ein objektives, wenigstens zunächst, es zeigt die gött­liche Ordnung an, es sagt: das richtige, das wahre Verhältnis des Menschen zu Gott ist die Liebe, und zwar die Liebe aus ganzem Herzen, aus gan­zem Gemüte, mit allen Kräften. Es gibt eben auch verschiedene Bedeutungen des Sollens. Auf Grund dieses ewigen Seinsollens und dieser ewigen Ord­nung kann nun subjektiv der einzelne Mensch sehr vieles tun, ohne das Unmögliche zu tun, etwas, was man nur frei tun kann, gezwungen zu tun: zu lieben. Das Gebot heißt nicht: du sollst ge­zwungen lieben, was man nicht kann, so wie man gezwungen arbeiten kann, sondern es heißt: du sollst lieben. Dieses ist in der Ordnung, die ja nur deshalb gestört werden kann, weil sie auf Frei­heit ruht. Da ist freilich zu beachten, daß, wenn Liebe ohne Freiheit nicht möglich und wirklich ist, auch Freiheit nicht möglich und wirklich ist ohne Liebe. Es muß die Liebe zu Gott eine An­lage, ein Funken im Herzen des Menschen sein,

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