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Tag- und Nachtbücher : 1939 - 1945 / Theodor Haecker ; mit einem Vorwort herausgegeben von Heinrich Wild
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mehr, ob sie wollten oder nicht, auf die Devise festgelegt: oderint, dum metnant.[Mögen sie has- sen, wenn sie nur fürchten!] Das nimmt ein bit- teres Ende, die Furcht wird schwinden, der Haß aber bleiben.

Das Wissen der Welt geht nie ohne Stolz. Darum ist in seinem Mund so viel Verachtung, Hohn, Wegwerfung und Unfreundlichkeit. Und immer

ohne Freude. Nicht, daß Wissen ohne Freude

wäre, aber der Stolz vergällt sie.

21.22. April

So schwarz war alles in meinem Leben, und Gott hat es gelichtet. Vergiß es nicht, o mein Herz! Vergiß es nicht!

Darf der Aufrichtige Gott auf die Probe stellen?-

was nicht dasselbe ist wie Gott versuchen. Die Bibel spricht dafür. Aber er darf es nicht oft tun.

Ich kann mich jederzeit in ein Ding und in eine Begebenheit so versenken, daß ihre anfängliche Verständlichkeit verschlungen wird von ihrer wesentlichen Unverständlichkeit für meinen Ver- stand.

24. April

Vielleicht war auch ich schon in den vielen Jah- ren des Leidens für einen Menschen Anlaß, an der Gerechtigkeit zu zweifeln, und vielleicht ge- rade in einem Augenblick, da ich selber von der Gerechtigkeit, ja der Liebe Gottes innerlichst über-- zeugt war.

Die Sicherheit, mit der manche Menschen aus einer

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