36
tzt tes ‚ej-
cht
In-
en.
des
um
daß lag, Sj- nere \ber die un-
och
kein Mittel, nicht einmal Aspirin] hatte ich nun wochenlang schon erwartet, so auch in jener Nacht. Ganz anders ist es mit dem Anblick fremden Elends, namentlich leidender Kinder, oder mit Berichten über Konzentrationslager, Kriegsgebiete, und so weiter. Sie bringen mich und meinen Verstand in ganz andere Schwierig- keiten. Als mein Sohn Reinhard in seinem ersten Lebensjahr wochenlang allnächtlich Krampfhusten- anfälle bis zum Ersticken hatte, wurde es dunkel in mir, denn hier sah und sehe‘ich auch nicht den leisesten Schimmer eines Verstehenkönnens, es ist die absolute Sinnlosigkeit. Der Mensch hat kein unmittelbares Bewußtsein von der Unzählig- keit der Generationen, sei es vor ihm, sei es nach ihm. Das können ebensogut zehn sein wie eine Million. Alles, was eine Generation an Elend erlebt, das ist für das unmittelbare Bewußtsein einmal. Nun aber geschah und geschieht das wahr- scheinlich seit Millionen Jahren. Das ist eine Er- kenntnis der Reflexion. Und sie macht Schwierig- keiten. Sie stellt die unbeantwortbaren Fragen: wozu diese endlose Wiederholung all des unsäg- lichen Elends in Tausenden von Generationen? Hier führt der Glaube seine schwersten Kämpfe. Und es zeigt sich, daß die Reflexion, in der der Erkenntnisstrom immer dünn fließt, sein größter Gegner ist und sein gefährlichster.
Der»Spott« hat viele Grade. Er kann noch lie- benswürdig sein, aber auch giftig wie die Hölle, In der Fülle der Liebe ist er nicht, es sei denn vielleicht als Mittel der Erziehung, durchaus auf das Heil und Wohl des Verspotteten gerichtet. Aber das ist selten. Auch gesunder Stolz und ge-
57


