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daß ich dort, wo ich» verstehe<<, den Dingen noch weniger nahe bin, als wenn ich nicht verstehe.
Wenn ich zurückdenke an Stunden des Schreibens einer glücklichen Seite, diese merkwürdige Mischung von unverdientem Einfall mit höchster eigener Tätigkeit, diese höchst unvergleichliche Lust und Freude, dann will es mir scheinen, daß das ein Leben wäre, der Ewigkeit würdig und ohne Gefahr des Überdrusses, der sicherlich jeder Verlängerung, jeder größeren Dauer irgendwelcher anderer seelischer oder sinnlicher Genüsse folgen würde.
Eine Weltkatastrophe kann zu manchem dienen. Auch dazu, ein Alibi zu finden vor Gott . Wo warst du, Adam?» Ich war im Weltkrieg.<< Aber das ist eine grobe Art. Manch einer sucht das Alibi in seinem Privatgewissen. Wo warst du, Adam?» Ich war in meinem Gewissen- gehört das nicht mir?!« Das ist die subtilste Art, nicht getan haben zu wollen.
Manch einer meint, der großen Tugend des Maßes dadurch zu genügen, daß er seinem Genuß mit großer Klugheit und Erfahrenheit seine Genußfähigkeit als Grenze setzt. Aber er hat die Tugend schon dadurch radikal verletzt, daß er sich den Genuß als Ziel gesteckt hat.
Wann darf einer über Gott alles sagen und über sein Regiment? Wenn einer ihn liebt, das lehrt das Alte Testament. Vor dem, der es ohne Liebe tut, ergreift mich ein Frösteln.
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