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Sturz ins Dunkel / Hermann E. Riemer
Entstehung
Seite
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wurden die Hände auf dem Rücken mit einer Kette oder mit Riemen gefesselt und daran wurde er an einem Pfahl so aufgehängt, daß der Körper frei schwebte und die Fußspitzen den Boden nicht be­rühren konnten. Dabei renkten sich natürlich die Schultergelenke aus, was fürchterliche Schmerzen verursachte. Aber diese mittelalterliche Tortur reichte noch nicht, den Sadismus der SS zu befriedigen. Man schlug den Häftling nun noch und stieß ihn hin und her und so steigerten sich die Schmerzen ins Uner­trägliche. Die Mehrzahl hat dann Dinge zugegeben, die sie nie verbrochen hat, nur um vorerst dieser entsetzlichen Quälerei zu entrinnen. Und die SS hatte ihre Aussagen und damit den Schein des Rech­tes für ihre Urteile.

Ein anderes Torturinstrument war der Bock. Er diente zum Vollzug der Prügelstrafe. Auf eine et­was hohl ausgerundete Pritsche wurde der Oberkör­per geschnallt, so daß das Hinterteil frei in die Luft ragte, während die Füße in einen zuschiebbaren Kasten kamen, damit der Delinquent sich nicht be­wegen konnte. Die Strafe selbst wurde in den ein­zelnen Lagern verschieden vollstreckt. Im allge­meinen nahmen zwei entsprechend veranlagte SS­Männer hinter dem Bock Aufstellung und be­gannen, den Häftling mit Knüppeln, Ochsenziemern oder ledernen, stahldurchflochtenen Peitschen zu be­arbeiten. Fünfzig Hiebe wurden also stets zu hun­dert, aber manchmal vollführte man auch ein The­ater, indem man untereinander angeblich über die Zahl der verabreichten Hiebe in Streit geriet. Um

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