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Sturz ins Dunkel / Hermann E. Riemer
Entstehung
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gebildet. Ihr Sinn war wie der aller Strafmaß- nahmen die Dezimierung der Häftlinge. Die SK mußte noch mehr und schwerer schuften als wir alle, bekam dafür aber weniger zu essen, durfte nur alle drei Monate einen Brief schreiben und empfangen und hatte Rauchverbot. In normalen Fällen konnte der SK-Mann mit dem Leben abschließen, es be- stand für ihn keine Aussicht, die ein oder zwei über ihn verhängten Strafjahre zu überstehen.

Wenn trotzdem die SK in Natzweiler eine verhält- nismäßig geringe Totenziffer aufwies, so hat die SS daran bestimmt kein Verdienst, sondern nur der Um- stand, daß der Blockälteste der Strafkompanie ein anständiger Kerl war, der seinen Leuten heimlich Essen verschaffte und so die Mordabsichten der La- gerführung sabotierte. Außerdem sorgten wir Reichs- deutschen für unsere unglücklichen Kameraden, die Russen und Polen für die ihren.

Im SK-Block befanden sich weiterhin die Arrest- zellen. Es waren kleine, dunkle und luftlose Löcher, in denen es weder Pritschen noch Decken gab. Der nackte Betonboden diente als Lagerstatt; als Schutz vor der winterlichen Kälte besaß der Verurteilte nichts als seine Kleidung wenn man sie ihm be- lassen hatte. Im Sommer glichen die Zellen dafür einem Glutofen, in dem man kaum atmen konnte. Vier Wochen Arrest brachten auch den Widerstands- fähigsten an den Rand des Grabes. Natürlich trug man dortzum eigenen Schutz Handfesseln.

Eines der beliebtesten Mittel der SS, Aussagen zu erzwingen, war der Pfahl. Dem Auserwählten

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