Christmann kletterte seelenruhig auf den Kasten, der mit einer Fallklappe versehen war. Aber ehe der Henker dem Delinquenten noch den Strick um den Hals legen konnte, klappte der Boden nach unten und Christmann stand lächelnd bis zum Bauch in der Kiste. Man holte ihn heraus und die Prozedur wiederholte sich. Als er endlich die Schlinge richtig am Halse hatte, fragte der Kommandant höhnisch: ,, Na, Christmann, wie fühlen Sie sich jetzt?" ,, Ihr seid erbärmliche Mörder, ich habe mit euch-"
Weiter kam er nicht. Der Kommandant hatte seine Pistole gezogen und unterbrach ihn.
,, Halt das Maul", schrie er erbost ,,, sonst schieß' ich dich noch zusammen!"
,, Das wär was rechtes!" lachte der Todeskandidat. Und: ,, Lebt wohl, Kameraden!" rief er noch. Dann fiel die Klappe und Adolf Christmann hatte ausgelitten...
Ich habe diesen Fall so ausführlich geschildert, weil er sich nun laufend wiederholte. Die Hinrichtung Christmanns war nur das erste Glied einer endlosen Kette, die erst am 5. oder 6. September 1944 abriẞ, als die amerikanischen Truppen in bedrohlicher Nähe standen und das Lager fluchtartig verlassen wurde.
Jetzt ist es angezeigt, einmal von den offiziellen Lagerstrafen zu sprechen, mit denen die SS die Häftlinge glaubte quälen zu müssen. Da war zunächst einmal die SK, die Strafkompanie. Sie war in allen Lagern vorhanden und auch in Natzweiler wohl aus
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