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Sturz ins Dunkel / Hermann E. Riemer
Entstehung
Seite
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die Sache aus der Welt zu schaffen, fing man dann einfach noch einmal von vorn an. Nach dem fünften oder sechsten Doppelhieb platzte zumeist die Haut auf und das Blut lief in Strömen. Nach dem zehn- ten oder zwölften verloren die meisten schon die Besinnung. Nach Beendigung der Exekution wurde der Bestrafte zur Behandlung ins Revier geführt, die nur allzuoft darin bestand, daß das blutende, zer- fleischte Gesäß mit Salz oder Essig eingerieben wurde. War dem Häftling nun nicht anschließend Arrest verordnet, so ging er am nächsten, Tage unter den tollsten Schmerzen zur Arbeit und wehe ihm, wenn er sein Pensum nicht planmäßig absolvierte! Die nächsten fünfzig Hiebe waren ihm dann zumin- dest wegen Arbeitsverweigerung gewiß.

Alle diese Strafen wurden in Gegenwart des Kom- mandanten und des Schutzhaftlagerführers voll- streckt. Dieser Kommandant, ein ehemaliger Krimi- nalbeamter aus Augsburg, namens Josef Kramer , der damals in Sachsenhausen so milde und menschliche Töne angeschlagen, wuchs sich im Laufe der Zeit zu einem Ungeheuer teuflischen Ausmaßes aus.

Für die Beurteilung eines Häftlings gab es für ihn nur einen Unterschied: brauchbar oder unbrauchbar. Brauchbar war nach seiner Auffassung nur der Ge- fangene, dessen Bereitschaft feststand, im Auftrage der SS als Mörder an seinen Kameraden zu fungieren. Bestien vom Schlage Sametdinger und Köppke ge- nossen seinen Schutz und seine Unterstützung. Alles andere war Freiwild, das er langsam aber sicher zur Strecke bringen ließ. Ich glaube nicht, daß er

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