von usw. usf. Er habe viel über meinen Vater gelesen, sagte er, und er kenne dessen Verdienste um die Wissenschaft und um die Menschheit und er bedaure, daß ich einer derartigen Behandlung ausgesetzt sei. Er könne leider nichts daran ändern und sich überhaupt nicht hineinmischen. Ich sei ihm als Gefangener ausgeliefert worden und er müsse mich als Gefangenen behandeln. Aber er könne mir gewisse Erleichterungen verschaffen in der Arbeit hier draußen, und das wolle er auch tun. Er werde mir ein eigenes Zimmer anweisen in einer Baracke, wo ich es bequemer haben, schreiben, zeichnen, lesen und anderes mehr tun könne. Ich bedankte mich bei ihm, sagte aber, daß es mir dort gut gehe, wo ich sei, und daß ich Wert darauf legte, mit meinen Freunden weiterhin beisammenbleiben zu dürfen. Er erzählte dann, daß man beabsichtige, unseren jetzigen Aufenthaltsraum in einen Lagerraum zu verwandeln. Ich hatte den Eindruck, daß die Sache vorläufig auf sich beruhen solle, daß aber Frode den neuen Aufenthaltsraum mit mir teilen dürfe, wenn es soweit sei. Außerdem sollte ich freien Zutritt zu Steger haben, wenn ich irgend etwas wolle. Ich solle dem Unterscharführer im Vorraum nur mitteilen, daß ich der Häftling Nansen sei, und ich würde zu jeder Zeit direkt hineingelassen werden.
Mir blieb ja nichts anderes übrig, als mich für soviel Aufmerksamkeit zu bedanken. Ich fühlte mich nicht recht wohl dabei, aber mir kam der Gedanke an Karis Bitte an mich, mich zu schonen, und hier hatte ich ja Gelegenheit dazu, ohne daß es auf Kosten anderer ging. Es war nur ein junger, ungeschickter, etwas taktloser, aber wohlwollender und ziemlich beschämter deutscher Offizier, der mir zeigen wollte, daß er etwas mehr könne als sein Vaterunser.
2. Januar 1944
Joel erzählte mir gestern von dem Transport von tausend Mann, der vor einiger Zeit hier wegging. Ein Todestransport! Sie hatten unterwegs kein Essen bekommen und waren überhaupt nicht aus den Wagen, in die sie hineingepfercht worden waren, herausgekommen. Als sie in Lublin ankamen, wurden
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