Gründe haben- denn August hat eine Schwäche für Jungen in mehr als einer Beziehung. Es war allerdings seine Aufgabe, dafür einen andern zu suchen. Denn die Zahl tausend mußte voll sein. Daher blieb ihm nichts anderes übrig, als den Ältesten und Schwächlichsten von denen, die noch zurückgeblieben waren, auszuwählen. Das mußte er tun! Es ist kein Wunder, daß August jetzt nichts mehr mit diesen Transporten zu tun haben will. Das nächste Mal mögen sie selber aussuchen und wählen, hat er gesagt. Es wird einem anderen kaum leichter werden. Aber der Elektriker August hält es nicht mehr aus! Er hat es seinerzeit lange genug ertragen. Das Leben vieler, vieler Mitgefangener hat er auf dem Gewissen. Anscheinend hat sein Gewissen es ihm früher nicht schwer gemacht.
Gestern kam ein großer Transport Norweger ins Lager. 374 Mann, vorwiegend von Grini und Falstad. Ich weiß noch nicht, wie viele Bekannte dabei sind. Sie kamen gestern abend spät an, und ich konnte nur so eben mit einigen von ihnen sprechen. Ein Teil des Transports, der ursprünglich über tausend Mann stark gewesen sein soll, ist in andere Lager gebracht worden. Ich glaube, es waren keine Studenten dabei, aber ich schreibe mehr darüber, wenn ich Genaueres erfahren habe.
Wir hatten gestern eine Weihnachtskomitee- Versammlung. Ich soll die Weihnachtsrede halten. Ich fürchte, daß es nicht gerade eine Festrede werden wird. Und dann wollen wir versuchen, eine ganze Menge Quatsch und Spaß zu machen.
14. Dezember 1943
Der Transport, der gestern aus Norwegen kam, bestand aus tausend Mann, wovon 378 hierher kamen, der Rest wurde von Stettin aus in andere Lager geschickt. Ich unterhielt mich heute morgen mit Ingenieur Jacobsen und Dr. Glöersen, die auch dabei sind. Es geht ihnen im ganzen genommen gut, wenn man davon absieht, daß sie alle miteinander verteufelt frieren. In den Norwegerbaracken sind größere Sammlungen von Unterwäsche im Gange.
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