eine hellere Farbe, und die ist seitdem geblieben, so einiger- maßen jedenfalls. Dazu bekam ich noch ein Einschreibe- päckchen von Paasan Nansen. Herrgott- so unterstützt denn auch er seinen Vater, der solches Pech gehabt hat, mit einem Klecks Butter und einer Schachtel Zigaretten! Im übrigen bekam ich noch einen Jahrgang„Byggmästaren“(„Der Bau- meister‘) direkt aus Stockholm geschickt. Frode bekam das auch. Es ist so merkwürdig, wieder etwas zu seinem Beruf in Beziehung zu treten. Das ist so lange her. Und das Dasein hier kommt einem auf einmal wieder tausendmal idiotischer und sinnloser vor als bisher. Hier sitzen zwei junge Architekten- denn wir sind doch noch jung?- und fabrizieren Spielzeug für SS -Kinder von morgens früh bis abends spät, während die Welt voll von großen architektonischen Aufgaben und Pro- blemen steht, mit denen die Kollegen in anderen Ländern voll beschäftigt sind! Schwedische Architekten arbeiten ruhig weiter, als wenn nichts geschehen sei, halten Vorträge, nehmen an Wettbewerben teil, schreiben Artikel und bauen- große, schöne, prächtige Bauwerke! Während der gleichen Zeit ist es die Hauptaufgabe anderer, sich den Hunger vom Leibe zu halten oder zu versuchen, nicht zu erfrieren.
Gestern ging hier ein unheimliches Gerücht. Es verlautete, daß Chr. Berg-Hansen, der mit zwei anderen zusammen aus dem Lager im Elsaß hierhergekommen ist, mit einem der Todestransporte nach Lublin geschickt werden soll. Berg- Hansen kam mit demselben Transport wie wir von Grini und zog mit dem anderen Transport von Stettin ins Elsaß . Das war jener Transport, in dem u.a. auch Leif und Hartvig waren. Leif ist Revierchef dort unten geworden, ihm geht es darum einigermaßen ordentlich. Aber sonst ist das Lager entsetzlich, und viele gehen dort unter.
Sie bekommen weder Briefe noch Pakete und müssen aus- schließlich von der Gefängniskost leben. Es ist klar, daß sie davon zuletzt sterben. Berg-Hansen und die beiden andern waren krank und arbeitsunfähig gewesen die ganze Zeit, folglich standen sie auf der verkehrten Seite in der Lagerabrechnung und mußten fort. Vorläufig befinden sie sich auf dem Zugangs-
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