chen holte er sie heraus und warf jedem von den nackten und durcheinander geratenen Gefangenen einen Klecks davon unter den Magen und unter die Arme. Wir mußten dann diese ekelhafte Salbe mit dem Finger verteilen. Sie hatte einen strammen Geruch.
Als nächstes stand auf dem Programm der Empfang von Unterwäsche, Schuhen, Strümpfen, Hemden, Pullovern, Mänteln und Mützen. Das hört sich ja alles ordentlich an. ganz Aber wer auch einen einzigen der genannten Artikel gesehen hat, wird nicht mehr von ordentlich reden. Es war ein einziger Haufen schmutziger Lumpen, die wir ausgeliefert bekamen. Ob sie paẞten oder nicht, war vollkommen gleichgültig, das kümmerte niemanden. Man mußte eben den Haufen in Empfang nehmen, der einem ausgeliefert wurde, ob man nun groß oder klein, dick oder dünn war. Wenn man zurückging, um einen Teil umgetauscht zu bekommen, bekam man eine Faust ins Gesicht und fragte dann nicht mehr. Mir war es unmöglich, etwas von dem, was ich ausgeliefert bekam, anzuziehen, aber einer der anderen tauschte mit mir. Die Gefangenen, die die Sachen auslieferten, waren Scheusale. Ich eroberte eine Hose, die sich anziehen ließ, wenn sie auch nur bis zu den Waden reichte. Auch ein Hemd schnappte ich, das sich überziehen ließ, wenn ich es auch am Hals nicht zuknöpfen konnte und wenn auch die Ärmel nur bis zu den Ellenbogen reichten. Die Strümpfe, die wir bekamen, waren eine Art Fußsäcke, die aus alten Lumpen hergestellt waren. Sie paßten selbstverständlich auch nicht. Es blieb nichts anderes übrig, als sie ein wenig aufzureißen, so daß man den Fuß eben hineinstecken konnte. Sie wärmten natürlich nicht, schützten aber doch den Fuß ein wenig gegen die Holzbänder, die wir als Schuhe ausgeliefert bekamen. Das waren ganz kümmerliche Gegenstände. Sie hatten eine Art Spitze aus dünnem Handschuhleder, die mit Nägeln befestigt war, und ,, Kappen" und ,, Seitenleder" aus derselben Qualität. Ich eroberte etwas Papierkordel und schnürte damit die Platten am Fuße fest. Mit einer Mütze, die auf meinen drei obersten Kopf haaren saß, einer richtigen. Gefangenenmütze aus gestreiftem Stoff, in einer Hose, die
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