nicht. Wie lange bist du hier gewesen?" ,, Kommen noch mehr?" ,, Habt ihr eine tolle Reise gehabt?" ,, Oh, es ging-" ,, Was gibt es Neues in Norwegen ?" ,, Wie war es denn auf Grini ?" Und dann erschien Aasebö. Er hatte eine leitende Stellung und nahm sich unser an. Er war bereits zwei Jahre hier gewesen und wußte alles, er gab uns Ratschläge und wies uns an, was wir zu tun hatten. Die Kolonne hielt außerhalb einer Baracke, draußen an der Peripherie, ganz draußen an der äußersten Mauer. Das war die Empfangs- und Entlausungsbaracke. Aasebö erklärte uns, daß wir jetzt alles abliefern mußten, was wir bei uns hatten, Uhren, Wertgegenstände, Geld, eben alles. Er bat uns dringend, nichts zu verstecken. Das würde doch nichts nützen, sagte er, und gerade jetzt sei es darum zu tun, daß wir keine Seitensprünge machten. Es würde doch nur Stunk geben, und wir würden es bereuen. Und ich dachte an das Tagebuch, das einzige, um das ich jetzt bangte- in bezug auf solche Dinge. Das ist das einzige Illegale, mit dem ich mich jetzt so hin und wieder beschäftige. Wo sollte ich es bloß hintun? Es steckte in meiner Hosentasche, und wir sollten doch baden, Kleider wechseln und eben alles abliefern. Das Gepäck, der Schlafsack, die Pappschachtel mitsamt dem Inhalt, alles mit Ausnahme der Eßwaren, die wir herausnehmen durften, sollte eingeliefert werden und mußte durch den ,, Gasraum", bevor wir es später zurückbekamen- das heißt dasjenige, das wir unter Umständen behalten durften. Das Tagebuchproblem beschäftigte und beunruhigte mich doch ziemlich. Und ich kam zu keiner Lösung. Schließlich wandte ich mich an einen der älteren Gefangenen. Er riet mir, es einfach abzuliefern. Es würde es doch keiner ansehen- und keiner würde etwas von dem darin Geschriebenen verstehen. Oh, dieser Idiot! Er hätte doch nur vorzuschlagen brauchen, daß er es in seine Tasche steckte. Ja, so schlau bin ich jetzt. Und so schlau hätte er damals sein wollen. Und weiter nichts. Aber jetzt ist das alles zu spät. Ich habe das Tagebuch in den Schlafsack gesteckt, der mit all den anderen Sachen in den Gasraum gebracht wurde, und vorläufig weiß ich nicht, was mit ihm geschehen ist. Einige von uns haben heute schon
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